IHK-Chef fordert Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge

Hans-Joachim Wunderlich (v.li.), Franz Voigt, und Dietmar Mothes.
Hans-Joachim Wunderlich (v.li.), Franz Voigt, und Dietmar Mothes.

Von Martin Friedemann

Chemnitz - In der Region gibt es über 1100 freie Lehrstellen und Fachkräftemangel. Den wollen Wirtschaftsvertreter auch mit Hilfe von Asylbewerbern bekämpfen.

Derzeit sieht die Lage aber nicht rosig aus, erklärt Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich (60) von der Industrie- und Handelskammer (IHK).

„Von den Hunderten Asylbewerbern, die sich bei uns und der Arbeitsagentur gemeldet haben, kamen nur eine Handvoll, weniger als fünf, in Frage“, sagt er.

Hauptproblem: fehlende Deutschkenntnisse. Für eine Ausbildung bei uns ist mindestens ein B1-Sprachniveau (wie Hauptschul-Englisch) nötig. Wunderlich: „Alle Flüchtlinge müssen sofort Deutsch- und Gesellschaftskunde-Unterricht bekommen.“

Doch selbst wenn Flüchtlinge geeignet sind, hören die Probleme nicht auf. „Wenn während oder kurz nach der Ausbildung abgeschoben wird, bringt das den Unternehmen nichts“, meint IHK-Mann Wunderlich.

Zudem: „Was passiert bei abgebrochenen Ausbildungen? Werden die Abbrecher abgeschoben?“

Er appelliert an Bund und Länder: „Die Politik muss Prozesse vereinfachen und flexibel sein. Da sind auch Fehler erlaubt - solange sie sich nicht wiederholen.“

Foto: Sven Gleisberg


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