Wird die ILA 2020 die letzte sein?

Berlin - Wagemutige Flugschauen, Selfies in Cockpits und Milliarden-Geschäfte: Alle zwei Jahre lockt die Luftfahrtmesse ILA Zehntausende Besucher, Geschäftsleute und Regierungsvertreter nach Schönefeld bei Berlin. 2020 ist es wieder soweit. Ob und wie es danach weitergeht? Unklar.

Besucher der ILA 2018 stehen vor dem Transportflugzeug Antonov An-225.
Besucher der ILA 2018 stehen vor dem Transportflugzeug Antonov An-225.  © DPA

"Was ab 2022 sein wird, ist vollkommen unklar", sagte Messechef Christian Göke der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Jahr müsse eine Lösung gefunden werden - bevor die Gäste zur letzten geplanten Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im Mai nächsten Jahres kommen. "Man muss allerspätestens 2020 die Zukunft präsentieren können."

Doch dafür müssen sich eine Reihe von Partnern einig werden, die teils unterschiedliche Ziele haben: der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), die Länder Berlin und Brandenburg, die Messegesellschaft und der Flughafen.

Mehrere hochrangig besetzte Gespräche brachten bislang keine Verständigung. Die strittigste Frage: Wer kommt für die Verluste der Messe auf?

"Es kann nicht sein, dass wir als Messe für die Industrie in Brandenburg eine Messe ausrichten, aber dafür die Verluste tragen", sagte Göke, dessen Unternehmen dem Land Berlin gehört. Es müsse ein "Burden Sharing" geben, eine Verteilung der Last.

Jets zeigen während der ILA in Schönefeld eine Flughshow.
Jets zeigen während der ILA in Schönefeld eine Flughshow.  © DPA

Die Staatskanzleien in Berlin und Brandenburg bekräftigten, die ILA in der Region halten zu wollen. "Die ILA ist die wichtigste Industriemesse im Land und zeigt auch positive Effekte für den Flughafen", hieß es in Potsdam. Regierungssprecher Florian Engels versicherte: "Brandenburg wird die ILA auch zukünftig mit aller Kraft unterstützen."

Sollte im Herbst 2020 mit neun Jahren Verspätung tatsächlich der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen, dürfte die ILA bei einer Fortsetzung ein neues Gesicht bekommen. Denn das Ausstellungsgelände liegt am Rand des BER-Areals direkt an der neuen Start- und Landebahn. Sei sie erst in Betrieb, könnten dort nicht mehr so viele Flugzeuge zur Schau gestellt werden, auch die Möglichkeiten für Flugschauen seien dann eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. "Die ILA wäre weiter möglich, aber sie darf den Flugbetrieb nicht stören."

Die Flughafengesellschaft hat einen Blick auf das ILA-Gelände geworfen. Sie will es von der Messegesellschaft und der Zukunftsagentur Brandenburg kaufen. Denn die Hallen könnte sie zwischen den Messen gut nutzen, etwa für Fracht, und die Freiflächen als Parkplätze.

Titelfoto: DPA

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