Illegaler Welpenhandel: So erkennt man skrupellose Hunde-Händler

Deutschland - Jahr für Jahr werden Tausende von kleinsten Welpen illegal in Europa verkauft – und die Deutschem machen bei diesem Treiben leider mit. Denn Käufer finden die kriminellen Welpenhändler hierzulande viele. Meist über das Internet...

Der illegale Welpenhandel in Europa sorgt für sehr viel Tierleid (Symbolbild).
Der illegale Welpenhandel in Europa sorgt für sehr viel Tierleid (Symbolbild).  © 123RF: Sommai Larkjit

Bereits mehrfach berichtete TAG24 2019 über illegale Geschäfte mit kleinen Welpen. Ob in Hamburg, in Görlitz oder im restlichen Deutschland – Tierschützer schlagen Alarm, denn der Handel boomt noch immer!

Oftmals haben die kleinen Hunde, die erst seit wenigen Wochen das Licht der Welt erblickt haben, schon eine leidvolle Odyssee hinter sich, erleiden Verletzungen oder psychische Schäden auf der Tour im engen Käfig. Die meisten stammen aus Osteuropa.

Einige Käufer denken nur daran, möglichst günstig an einen neuen Hund zu kommen und tolerieren die Machenschaften der kriminellen Händler. Oft ist es aber auch Unwissenheit, denn die Welpenhändler präsentieren sich im Internet seriös und vertrauensvoll.

Hunde aus dem Internet zu kaufen, ist ohnehin eine kritische Sache, da die Tierheime voll sind mit Tieren, die auf neue Besitzer warten. Wer trotzdem online kauft, sollte besonders wachsam sein, um keinem illegalen Welpenhändler ins Netz zu gehen.

Hunde im Internet kaufen? Vorsicht!

Die skrupellosen Hundeverkäufer halten die Elterntiere oft jahrelang im Käfig (Symbolbild).
Die skrupellosen Hundeverkäufer halten die Elterntiere oft jahrelang im Käfig (Symbolbild).  © Unsplash: Fredrik Öhlander

Für die skrupellosen Welpenhändler sind die kleinen Wollknäule nur Ware. Um eine liebevolle und saubere Umgebung kümmern sie sich meist nicht. Die Probleme, die dabei entstehen, sind unter anderem:

  • Futterknappheit bzw. nährstoffarme Ernährung
  • schlechte hygienische Zustände
  • extreme Enge.

Die Folge sind verängstigte und frustrierte Tiere mit schlechtem Immunsystem, unter denen sich blitzschnell Krankheitserreger und Parasiten ausbreiten können.

Bei der Übergabe an die Käufer werden die Welpen häufig mit Medikamenten vollgepumpt, damit sie gesund und vital wirken. Wie es wirklich um den Gesundheitszustand der Vierbeiner steht, stellt sich oft erst Stunden oder Tage später heraus. Dann sind die Welpenhändler längst über alle Berge.

Dramatisch steht es aber nicht nur um die Welpen: Die Elterntiere werden unter teils katastrophalen Zuständen monate- oder sogar jahrelang in Käfigen gehalten. So können die Händler möglichst viel Profit aus den Tieren schlagen.

Die Hündinnen fristen ein Dasein als "Geburtsmaschine und die Rüden werden mit Gewalt wie Tritten und Stromschlägen dazu gezwungen, die Hündinnen zu decken, berichtet der Deutsche Tierschutzbund im Artikel "Illegaler Welpenhandel".

Illegaler Welpenhandel: So erkennt man die Betrüger

Wer einen Welpen im Internet kaufen möchte, sollte sehr vorsichtig sein.
Wer einen Welpen im Internet kaufen möchte, sollte sehr vorsichtig sein.  © Unsplash: Samuel Sng
Um diesem Elend ein Ende zu setzen, ist es enorm wichtig, dass sich Käufer mit dem Problem auseinandersetzen. Denn so lange es Käufer gibt, die sich gedankenlos einen Hund im Internet kaufen, wird es auch illegalen Welpenhandel geben.

Mit diesen Tipps lassen sich kriminelle Hundehändler leichter entlarven:

  • Die Welpen sind viel zu jung: Oftmals sind die kleinen Hunde nur zwei bis vier Wochen alt – viel zu früh, um von der Mutter entrissen zu werden, da in dieser Phase z.B. die wichtige Sozialisierung stattfindet und die Tiere noch essenzielle Nährstoffe über die Muttermilch aufnehmen. Welpen sollten mindestens acht Wochen, am besten zwölf Wochen alt sein, bevor sie von der Mutter getrennt werden.

  • Fehlende Papiere: Beim illegalen Welpenhandel wird die Bürokratie meist sehr klein gehalten oder fehlt völlig. Das fängt bei den Papieren über Impfungen etc. an und hört bei der Rechnung auf. Wenn der Verkäufer keine oder zu wenige Papiere für den Hund hat, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass kriminelle Machenschaften dahinter stecken. Das Problem: Einige Verkäufer fälschen die Papiere, für den Laien sind die Unterschiede kaum zu erkennen. Bei Unsicherheiten sollte man sich an die Polizei wenden.

  • Darf man das Muttertier begutachten? Bei seriösen Händlern hat man die Möglichkeit, das Muttertier zu sehen. Kriminelle Welpenhändler verweigern das oft mit fadenscheinigen Gründen oder zeigen den Käufern eine andere Hündin zur Täuschung, während die echte Mutter noch irgendwo in Osteuropa im Käfig sitzt. Entlarven kann man das, indem man schaut, ob die Mutter sich um die Welpen kümmert, sie an den Zitzen saugen lässt oder die jungen Hunde eher wegstößt, rät tasso.net im Artikel "Tipps für den Welpenkauf".
Wichtig ist: "Informationen an Hundefreunde weitergeben. Nur wenn es gelingt, die Nachfrage nach Hundewelpen zu stoppen, haben wir eine Chance, diesen Schwarzmarkt auszutrocknen. Aufklärung ist die einzige Chance!" appelliert tasso.net zu Recht!

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