Neun Syrer im geklauten Krankenwagen geschleust

Die Bundespolizei stoppte heute Morgen auf der A4 einen ungarischen Rettungswagen, nachdem europaweit gefahndet wurde.
Die Bundespolizei stoppte heute Morgen auf der A4 einen ungarischen Rettungswagen, nachdem europaweit gefahndet wurde.

Von Andrzej Rydzik

Dresden - Die Ideen der Schleuser-Mafia werden immer ausgefallener: Die Bundespolizei stoppte am Donnerstagmorgen auf der A4 einen ungarischen Rettungswagen, nachdem europaweit gefahndet wurde. Damit hatten zwei falsche Sanitäter (44, 45) neun syrische Flüchtlinge nach Deutschland geschleust.

„Das ist auch für uns ein absolutes Novum. Die Schleuser werden immer cleverer“, so Michael Engler (45), Sprecher der Bundespolizeidirektion Ludwigsdorf. Kollegen von ihm hatten schon am Mittwoch den Rettungswagen bei Stendal in Sachsen-Anhalt gestoppt. Als die Beamten im Inneren nachschauten, fanden sie neun Syrer mit Sack und Pack.

Die Geschichte machte in Polizeikreisen schnell die Runde. Am Donnerstagmorgen reisten die falschen Sanitäter mit dem leeren Rettungswagen aus Polen nach Deutschland ein.

Kurz nach dem Autobahntunnel „Königshainer Berger“ war ihre Fahrt aber wieder vorbei. Ludwigsdorfer Bundespolizisten wollten genau wissen, wie die beiden Männer zu dem Rettungswagen kamen.

„Die beiden ungarischen Männer behaupteten zunächst, sie wären dienstlich in einem Krankenhaus in Polen gewesen und würden sich nun auf der Rückreise befinden. Sie hatten sogar täuschend echt wirkende orangene Uniformen an.

Offenbar wurde das Fahrzeug aber unterschlagen oder sogar entwendet“, sagt Michael Engler. Die falschen Sanitäter wurden festgenommen, die Ermittlungen laufen. Dass der geklaute Rettungswagen nicht schon am Mittwoch in Sachsen-Anhalt auffiel, ist offenbar einer fehlenden Notiz im europaweiten Register geschuldet.

Foto: Polizei


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0