In Sachsen werden immer häufiger Automaten gesprengt

In mehr als 30 Fällen traf es Fahrkartenautomaten.
In mehr als 30 Fällen traf es Fahrkartenautomaten.

Leipzig - Die Zahl der Automatensprengungen hat in Sachsen deutlich zugenommen. 2015 wurden allein bis Oktober nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) rund 150 Automaten gesprengt.

Das waren schon mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2013. Die endgültigen Zahlen für 2015 lagen dem LKA noch nicht vor. Bundesweit gehe der Schaden bei gesprengten Automaten in die Millionenhöhe.

In mehr als 100 Fällen hatten es die Diebe in Sachsen auf Zigarettenautomaten abgesehen. Diese würden meist mit Böllern gesprengt. In mehr als 30 Fällen traf es Fahrkartenautomaten. Häufig explodierten sie, nachdem Gas eingeleitet worden war.

Serien von Geldautomatensprengungen wie in anderen Bundesländern gab es in Sachsen bislang nicht. Hier wurden nur zwei Fälle registriert.

Im Dezember flog ein Fahrkartenautomat in Gaschwitz in die Luft. Polizisten sicherten Spuren.
Im Dezember flog ein Fahrkartenautomat in Gaschwitz in die Luft. Polizisten sicherten Spuren.

"Ob Gaseinleitung oder Pyrotechnik - beide Methoden sind gefährlich", sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt.

Zum einen setzten sich die Täter selbst einer erheblichen Gefahr aus. Zum anderen könnten auch Unbeteiligte von umherfliegenden Trümmern getroffen werden.

"Die Kollegen haben schon schwere Teile von Fahrkartenautomaten in dutzenden Metern Entfernung vom Ort der Sprengung gefunden."

Zudem sind die Auswirkungen von Automatensprengungen mitunter gravierend. Als im Dezember ein Fahrkartenautomat in Gaschwitz südlich von Leipzig in die Luft flog, kam es den gesamten Tag über zu Verspätungen und Störungen im mitteldeutschen S-Bahn-Netz.

Der Wert der Beute, sofern die Diebe überhaupt an die Geldkassette kommen, liegt laut LKA meist unter dem Sachschaden. Dieser liege bei den Fahrkartenautomaten immer im fünfstelligen Bereich.

Fotos: dpa, Ralf Seegers


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