Immer mehr Touris besuchen Tschernobyl und begeben sich in große Gefahr

Tschernobyl (Ukraine) - Zweifelsohne gibt es in der Ukraine schöne Orte, die es sich lohnt zu besuchen. Doch immer mehr Touristen betreten illegal Tschernobyl.

Blick auf die Schutzhülle über dem zerstörten Reaktor vier in Tschernobyl.
Blick auf die Schutzhülle über dem zerstörten Reaktor vier in Tschernobyl.  © dpa-tmn/Roman Pilipey/epa

Das Gebiet um das stark verseuchte Kraftwerk in Tschernobyl wird für Touristen immer attraktiver. Mehr als 107.000 Menschen sollen allein zwischen Januar und November dieses Jahres an Führungen über das Gelände teilgenommen haben, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). 8000 davon kamen demnach aus Deutschland.

Doch Behörden greifen immer wieder auch illegale Besucher auf. Sie sollen laut dpa auf eigene Faust in dem Gebiet umherziehen und dabei auch oft die Grenze zu Weißrussland übertreten.

In der Nähe des eigentlich nicht zugänglichen Wald und ehemaligen Stadtgebiets bemerkt man den Grenzübertritt nicht, da die Länder erst später aus der Sowjetunion entstanden, in dessen Mitte das Kraftwerk stand.

Nun will Weißrussland deshalb die Grenzkontrollen verstärken.

"Der Grenzraum ist stark radioaktiv verseucht. Die Menschen sollten nicht dorthin gehen", sagte Anatoli Lappo, Chef des Grenzschutzes, gegenüber der weißrussischen Staatsagentur Belta.

Tschernobyl weiterhin stark radioaktiv

Blick auf den zerstörten Reaktor des Atomkraftwerkes vier Tage nach der Explosion.
Blick auf den zerstörten Reaktor des Atomkraftwerkes vier Tage nach der Explosion.  © DPA

Lappo berichtet weiter, dass bereits Drohnen an der ukrainisch-weißrussischen Grenze zum Schutz vor illegalen Einreisen eingesetzt würden. Beamte haben so das Gebiet aus der Luft im Blick und können Touristen gezielt aufgreifen.

Doch schon bald sollen dort Überwachungskameras für dauerhafte Kontrollen angebracht werden. Denn selbst das versehentliche Übertreten der Grenze ist strafbar.

Laut Lappo seien die Kontrollen jetzt wichtiger denn je, weil der verbotene Tourismus immer weiter zunimmt und die neugierigen Ausländer zumeist keine Angst vor der radioaktiven Strahlung hätten.

Das Unglück ist zwar schon über 33 Jahre her, doch die Strahlung ist derzeit immer noch sehr hoch. Bei der Explosion im Jahr 1986 wurden Teile der heutigen Ukraine, Weißrusslands und Russlands durch eine radioaktive Wolke verstrahlt.

Touristen können das Gelände heute nur für kurze Zeit betreten, sonst können Langzeitfolgen nicht ausgeschlossen werden. Geführte Touren durch den ehemaligen Reaktor und die Stadt Tschernobyl werden online zu Preisen ab etwa 50 Euro angeboten und dauern inklusive der Fahrt dorthin rund einen ganzen Tag.

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