Mehrere Male schlugen sie zu: Diebe machen glanzvolle Beute auf Friedhof

Neugersdorf - Ausgerechnet zur Weihnachtszeit eine solche Pietätlosigkeit! Gleich dreimal hintereinander schlugen Diebe auf dem Neugersdorfer Friedhof zu. Ging es ihnen wohl nur um den Materialwert, gingen dadurch unwiederbringliche Schätze verloren.

Friedhofsverwalter Michael Dießner (54) ärgert sich über den gestohlenen Rucksack.
Friedhofsverwalter Michael Dießner (54) ärgert sich über den gestohlenen Rucksack.  © Rafael Sampedro

Er ist das Glanzstück des Neugersdorfer Friedhofs: "Der Leinenweber wurde 1922 aufgestellt", sagt Friedhofsverwalter Michael Dießner (54).

"Er soll zeigen, wie Textilhändler um 1850 unterwegs waren, wurde nach einem lebenden Modell gegossen und ist einmalig."

Doch genau dieser Statue klauten Diebe den Rucksack mit den Leinenbündeln. Bemerkt wurde das am 21. Dezember.

Doch dabei blieb es nicht: Bis Januar verschwand noch ein Porzellanengel vom Grab eines von den Nazis ermordeten Angehörigen der Sinti und Roma: "Wir wissen nicht, wann das geschah", so Dießner.

"Der Engel war gut in einem Gebüsch versteckt, das muss jemand gewusst haben."

Außerdem verschwanden noch Kupferabdeckungen vom Dach einer Familiengruft.

Dießner ist ratlos: "Mehr als das Tor abschließen können wir nicht. Der Friedhof ist ein Ort persönlicher Trauer, da können wir keine Kameras aufstellen. Blumen verschwinden ja immer wieder, aber solche Diebstähle gab es zuletzt in den 90ern."

Allein die Kosten eines neuen Rucksacks für den Leinenweber schätzt Dießner auf bis zu 30.000 Euro. "Trotzdem wird es nur eine Kopie bleiben", sagt der Verwalter. Die Kripo ermittelt in allen Fällen.

Vor Weihnachten sah der Leinenweber noch so aus.
Vor Weihnachten sah der Leinenweber noch so aus.  © privat

Titelfoto: Rafael Sampedro

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