Nach Mega-Immobilien-Deal: Verdoppeln sich jetzt die Mieten?

Wo die gekauften Wohnungen genau liegen, teilte das Unternehmen bislang noch nicht mit.
Wo die gekauften Wohnungen genau liegen, teilte das Unternehmen bislang noch nicht mit.  © dpa/123RF

Berlin – Der Berliner Immobilienriese ADO Properties S.A. könnte mit einem jetzt bekannt gegebenen Millionen-Deal den Wohnungsmarkt die Preisschraube bei Wohnungsvermietungen in Berlin deutlich anziehen.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, hat es ein der Hauptstadt 1467 Wohnungen und 127 Gewerbeeinheiten gekauft. Dafür und die Übernahme von Krediten legte es 262,5 Millionen Euro hin.

Ein Viertel der Immobilien liegt demnach in zentralen Stadtlagen. Aktuell werden in den zu 96,8 Prozent vermieteten Wohnungen Quadratmeterpreise von 4,20 bis 7,90 Euro gezahlt.

Das wird sich in den kommenden Jahren ändern. "ADO Properties geht davon aus, dass bei Neuvermietungen Mietpreise zwischen EUR 6,50 qm/Monat und EUR 11,00 qm/Monat erzielt werden können", so das Unternehmen.

Das entspräche einer Preissteigerung von bis zu 86 Prozent, im Durchschnitt läge das Mietsteigerungspotential in den gekauften Wohnungen bei 42 Prozent.

Unterdessen beklagt der Mieterverein für ganz Berlin bereits jetzt eine "massive Welle" von Mieterhöhungen in den vergangenen Monaten. Viele Vermieter hätten auf Grundlage des im Mai vorgestellten neuen Mietspiegels einen "kräftigen Schluck aus der Pulle" genommen, sagte Geschäftsführer Reiner Wild am Dienstag.

Eine Untersuchung von rund 200 Erhöhungen habe ergeben, dass Vermieter in fast drei Viertel der Fälle (72 Prozent) das geltende Mietrecht nicht beachteten. Sie hätten entweder die im Mietspiegel festgelegte ortsübliche Vergleichsmiete oder die sogenannte Kapungsgrenze für Mieterhöhungen von 15 Prozent in drei Jahren überschritten.


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