Bald werden Wohnungen für Flüchtlinge knapp

Diplom-Ökonom Matthias Günther (55) erstellte die Studie.
Diplom-Ökonom Matthias Günther (55) erstellte die Studie.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Experten schlagen Alarm: Um Flüchtlinge weiterhin dezentral unterbringen zu können, braucht Chemnitz bis Jahresende noch 1230 zusätzliche Wohnungen.

Diese Zahl nennt das renommierte Pestel-Institut aus Hannover.

Dipl.-Ökonom Matthias Günther (55) hat die Studie erstellt. Seit rund 30 Jahren beschäftigt sich der Experte mit Städte-Wachstum: „Chemnitz hat viele leere Wohnungen, die man aktivieren kann. Trotzdem muss man den Schnitt von derzeit 270 neuen Wohnungen pro Jahr erhöhen.“

Zwar stehen rund 15.000 der etwa 150.000 Wohnungen in Chemnitz leer - aber nicht jede ist finanzierbar.

Günther: „Es fehlen bezahlbare Sozialwohnungen. Allein für Flüchtlinge werden noch 1 230 Unterkünfte benötigt. Weitere Wohnungen braucht Chemnitz für Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung und einkommensschwache Haushalte.“

Insgesamt fehlen laut Günther bis Jahresende 2370 Wohnungen.

Dass die Bundesregierung 500 Millionen Euro zum Wohnungsbau zur Verfügung gestellt hat, wird wenig nützen: „Das schluckt eine Großstadt nur so weg. Chemnitz wird davon nicht wirklich spürbar profitieren.“

Chemnitz bringt derzeit 81 Prozent der anerkannten Flüchtlinge in Wohnungen, den Rest in Sammelunterkünften bis 150 Personen unter.

Heike Götze von der GGG (r.) begrüßt albanische Flüchtlinge in einer Wohnung in Kappel.
Heike Götze von der GGG (r.) begrüßt albanische Flüchtlinge in einer Wohnung in Kappel.

Fotos: PR, Heinz Patzig


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