Frau schaltete den Flugmodus nicht an, jetzt wird es teuer!

London (Großbritannien) - Eine Frau flog in die Karibik und vergaß, ihr Handy in den Flugmodus zu versetzen. Dies hat weitreichende Folgen für die Britin...

Eine Frau verzweifelt an ihrer Handy-Rechnung (Symbolbild).
Eine Frau verzweifelt an ihrer Handy-Rechnung (Symbolbild).  © 123rf/ginasanders

Es sollte eine schöne und vor allem unbeschwerte Zeit für Gay Haines auf Barbados werden. Doch nach der Urlaubsreise beschäftigt sie eine viel zu hohe Handyrechnung.

Rund 1280 Euro soll sie zahlen, weil ihr Smartphone im Handgepäck eine Verbindung mit dem Netzwerk des Flugzeugs herstellte.

Gegenüber dem britischen Guardian beteuerte die Frau, "Ich hatte mein Handy nicht benutzt, um Anrufe zu tätigen oder entgegenzunehmen".

Als sie landete und ihr Handy wieder benutzte, erhielt sie angeblich auch keine SMS, in der ihr die Gebühren für den Auslandsaufenthalt erklärt wurden.

Die Europäische Union deckelt die Kosten normalerweise auf 50 Euro, wenn man aus Versehen außerhalb der EU im Netz surft oder telefoniert.

Doch der Fehler der Frau war es nicht, auf Barbados zu surfen. Das Handy verband sich mit dem Satelliten-Netzwerk des Flugzeuges. Dieses ist von der EU-Gesetzgebung ausgeschlossen.

Internet am Boden wesentlich günstiger, als im Flugzeug

Das Unglück geschah auf einem "Virgin Atlantic"-Flug (Symbolbild).
Das Unglück geschah auf einem "Virgin Atlantic"-Flug (Symbolbild).  © 123RF/Juha Remes

Um das Unglück zu vermeiden, hätte sie ihr Gerät nur beim Boarding ordnungsgemäß in den Flugmodus wechseln müssen. Oder zumindest das Datenroaming deaktivieren.

Besonders heikel: Auch wenn das Handy nicht aktiv benutzt wurde, hat es im Hintergrund immer E-Mails geladen, sich mit den WhatsApp-Servern verbunden und andere sogenannte Hintergrund-Aktualisierungen durchgeführt. Dafür wurden einige Megabyte (MB) an Daten verbraucht.

Das klingt zwar nicht dramatisch, kriegt man heute gigabyteweise Datenvolumen für Schnäppchenpreise angeboten. Anders sieht das aber in Flugzeugen aus.

Im britischen Markt existieren nur zwei Anbieter für Internet über den Wolken. Diese gestalten die Preise entsprechend hoch.

7,20 britische Pfund (umgerechnet 8,41 Euro) kostet ein MB Internetdaten bei dem Anbieter "AeroMobile" auf Gay Haines Flug mit Virgin Atlantic.

AeroMobile berechnet diese Kosten dem Handynetz-Betreiber von Haines und dieser wiederum der Reisenden.

Netzbetreiber lenkt ein und erlässt Teil der Kosten

Der Flugmodus hätte die enormen Kosten verhindern können (Symbolbild).
Der Flugmodus hätte die enormen Kosten verhindern können (Symbolbild).  © 123RF/ymgerman

Der Handy-Anbieter kam der Frau jedoch entgegen und verrechnete auf ihre Nachfrage zu den enormen Kosten 500 britische Pfund (umgerechnet etwas mehr als 580 Euro).

50 britische Pfund zahlte sie bereits vorab als Guthaben für Barbados ein.

Auf die restlichen 600 britischen Pfund (umgerechnet 700 Euro) besteht ihr britischer Telekommunikations-Dienstleister jedoch.

Das solch eine Abzocke möglich ist, regt die Britin auf: "Ich kann nicht glauben, dass ich der einzige Idiot bin, der vergessen hat, sein Telefon auf Flug umzustellen", sagte sie gegenüber The Guardian.

Sie plant nun, eine Beschwerde beim Bürgerbeauftragten für Kommunikation einzureichen.

Knappe neun Stunden fliegt man von London nach Bridgetown, die Hauptstadt von Barbados.
Knappe neun Stunden fliegt man von London nach Bridgetown, die Hauptstadt von Barbados.  © Screenshot/Google Maps

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