Infinus-Angeklagte angefressen. Schimmelbrot statt Schampus

Jörg Biehl (54) bekam von der JVA verschimmeltes Brot mit ins Gericht.
Jörg Biehl (54) bekam von der JVA verschimmeltes Brot mit ins Gericht.

Von Steffi Suhr

Dresden - Erst Schampus und Luxus. Jetzt Schimmelbrot und dreckige Haftzellen. Der Absturz der Ex-Infinus-Bosse (49-54), die laut Anklage einen Betrugsschaden von 155 Millionen Euro verursachten, zeigte sich am Mittwoch im Landgericht.

Die fünf Angeklagten, die derzeit in U-Haft sitzen, bekommen von der JVA Lunchpakete mit ins Gericht: zwei belegte Brote, ein Getränk, Obst. „Mein Mandant bekam verschimmeltes Brot“, beschwerte sich Ulf Israel, Anwalt von Ex-Chef Jörg Biehl (54). Auch die anderen moserten: „Wir wollen eine warme Mahlzeit.“

Matthias Landerer (45), Sicherheits-Chef im Landgericht: „Für die Versorgung ist die JVA zuständig. Von uns wird nichts Warmes gereicht.“ Im Haftkeller sind Messer und Gabel tabu.

Allerdings wird der Infinus-Fall oft fast zehn Stunden lang verhandelt. Zwei Stullen dürften da zu wenig sein. „So geht das nicht“, so Martin Wissmann, Anwalt von Siegfried Bullin (49). „Mein Mandant ist Diabetiker.“ Nun soll die JVA mehr Stullen schmieren.

Und: Mit Genehmigung des Chef-Richters durfte Jörg Biehl am Mittwoch eine Bockwurst aus der Gerichtskantine essen.

Auch Ex-Manager Andreas Kison (46) schimpfte. Er saß in einer ungereinigten Zelle. Landerer: „Das tut uns leid. Da ist was bei der Kontrolle übersehen worden.“ Kison bekam umgehend ein neues „Quartier“.

Fotos: Ove Landgraf (1), imago (1)


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