Geiselnahme in Jugendamt, Frau verletzt: Muss 29-Jähriger nicht hinter Gitter?

Ingolstadt - Es war eine Tat, die für Aufsehen gesorgt hat: Nach der Geiselnahme im Jugendamt im oberbayerischen Pfaffenhofen muss sich ab Mittwoch (9.15 Uhr) ein 29-Jähriger vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten.

In Pfaffenhofen hatte der 29-jährige Mann eine Frau als Geisel genommen. (Archivbild)
In Pfaffenhofen hatte der 29-jährige Mann eine Frau als Geisel genommen. (Archivbild)  © DPA

Der Mann ist nicht nur wegen Geiselnahme angeklagt, ihm wird auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Angeklagte hatte im November des Jahres 2017 eine Mitarbeiterin etwa fünf Stunden lang mit einem Taschenmesser bedroht und die Frau dabei mit der Waffe leicht am Hals und an der Hand verletzt.

Zwei Polizisten, die sich als Notärzte ausgaben, konnten den Täter schließlich mit einem Elektroschocker außer Gefecht setzen. Der Mann kam anschließend in ein psychiatrisches Krankenhaus.

In dem Verfahren sollen nun Gutachter klären, inwieweit der Mann zum Zeitpunkt der Tat überhaupt schuldfähig war.

Mit der Tat wollte der 29-Jährige laut Anklage eine Änderung des Sorgerechts seiner damals eineinhalb Jahre alten Tochter erzwingen. Das kleine Mädchen lebte zur Tatzeit bei einer Pflegefamilie.

Die Mitarbeiterin der Behörde versuchte zwei Mal aus ihrem Büro zu fliehen, um dem bewaffneten Geiselnehmer zu entkommen. Dabei verletzte der Angeklagte die Frau jeweils mit dem Messer.

Für das Verfahren sind vier Verhandlungstage geplant, das Urteil ist für den 12. Oktober vorgesehen.

UPDATE 13 Uhr:

Der Angeklagte hat im Rahmen des Prozesses die Tat eingeräumt. Zum Auftakt des Verfahrens in Ingolstadt gegen den Mann am Mittwoch zeigte sich der 29-Jährige geständig und reumütig zugleich.

"Es stimmt alles", sagte er zu dem in der Anklage detailliert geschilderten Verbrechen.

Das Landgericht Ingolstadt wird nun prüfen, ob der Mann aufgrund einer möglichen psychischen Erkrankung nur eingeschränkt oder vielleicht überhaupt nicht schuldfähig ist.

Titelfoto: DPA


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