Korruption: Ingolstadts Ex-OB Lehmann verurteilt

Ingolstadt - Wegen Korruption im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften ist der Ex-Oberbürgermeister von Ingolstadt, Alfred Lehmann (CSU), zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Alfred Lehmann (CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt, wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Alfred Lehmann (CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt, wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.  © Peter Kneffel/dpa

Das Ingolstädter Landgericht sprach den 69 Jahre alten Politiker wegen Vorteilsannahme und Bestechlichkeit schuldig. Er hatte in dem Prozess zugegeben, beim Kauf mehrerer Wohnungen Vorzugspreise erhalten zu haben.

Der Staat wird bei Lehmann auch rund 380.000 Euro einziehen. Damit sollen die finanziellen Vorteile Lehmanns abgeschöpft werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Gefängnis für den Ex-Rathauschef gefordert. Die Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe unter zwölf Monaten plädiert. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, würde Lehmann seine Pensionsansprüche verlieren.

Die Immobilienkäufe standen im Zusammenhang mit zwei Sanierungsprojekten der Stadt. Lehmann war als Amtsträger am Verkauf einer ehemaligen Kaserne und des früheren Krankenhauses beteiligt, später erwarb er selbst Wohnungen in den modernisierten Anlagen.

Zunächst hatte er in dem Prozess alle Vorwürfe bestritten. Erst als das Gericht nach monatelanger Verhandlung klar gemacht hatte, dass ohne Geständnis eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung denkbar sei, räumte der 69-Jährige ein, Vergünstigungen erhalten zu haben, die er nicht hätte annehmen dürfen.

Alfred Lehmann (M, CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt, steht vor Prozessbeginn im Landgericht Ingolstadt mit seinen Anwälten Jörg Gragert (l) und Andreas Mariassy (r) zusammen im Gerichtssaal.
Alfred Lehmann (M, CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt, steht vor Prozessbeginn im Landgericht Ingolstadt mit seinen Anwälten Jörg Gragert (l) und Andreas Mariassy (r) zusammen im Gerichtssaal.  © Peter Kneffel/dpa

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