Inhaftierter Audi-Chef: Wie geht es mit Rupert Stadler weiter?

Ingolstadt/Wolfsburg - Wie geht es mit Rupert Stadler (55) weiter? Der Volkswagen-Aufsichtsrat will bei seiner Tagung am kommenden Montag auch über die Zukunft des seit drei Monaten inhaftierten Audi-Chefs sprechen.

Rupert Stadler ist aktuell inhaftiert, die Vorwürfe gegen den Audi-Chef wiegen schwer.
Rupert Stadler ist aktuell inhaftiert, die Vorwürfe gegen den Audi-Chef wiegen schwer.  © DPA

"Es ist nicht klar, dass es zu einer Entscheidung kommt", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen.

Der Spiegel hatte zuvor berichtet, Stadler werde seinen Posten nach Einschätzung von Konzernkennern wahrscheinlich endgültig räumen müssen. Volkswagen und Audi wollten sich nicht dazu äußern.

Stadlers Vertrag als Mitglied des Volkswagen-Konzernvorstandes läuft Ende 2019 aus, sein Vertrag als Audi-Chef läuft noch bis 2022. Er wurde im Juni wegen Betrugsverdacht und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Dieselskandal von der Polizei verhaftet.

Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat".

Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Kommt es zur Trennung, hätte das vornehmlich organisatorische Gründe, berichtete das Magazin weiter.

Neue Hinweise in Bezug auf Stadlers Rolle in der Dieselaffäre seien nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wirft Stadler vor, nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA den Verkauf von Autos mit illegaler Software in Europa geduldet zu haben.

VW hatte im Juli einen Wechsel von BMW-Einkaufschef Markus Duesmann (49) in den Konzernvorstand von Volkswagen bekanntgegeben. Er könnte neuer Audi-Chef werden. Allerdings ist er durch seinen Vertrag bei BMW noch zwei Jahre gebunden - außer beide Konzerne verständigen sich auf eine Freigabe.

Titelfoto: DPA


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