Innenminister warnt: Islamisten-Szene in Brandenburg wird immer größer

Potsdam - Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (63, SPD) hat erneut vor der wachsenden Bedrohung durch Islamisten aus dem Kaukasus gewarnt. Vor allem eine Gruppe sei besonders gefährlich.

Karl-Heinz Schröter spricht auf der Pressekonferenz zu politisch motivierter Kriminalität in Brandenburg.
Karl-Heinz Schröter spricht auf der Pressekonferenz zu politisch motivierter Kriminalität in Brandenburg.  © DPA

"Auch wenn die Gesamtzahl von derzeit etwa 130 Islamisten in Brandenburg im Bundesvergleich noch klein erscheint, dürfen wir die Szene keinesfalls unterschätzen. Und: Die Szene wächst", sagte Schröter am Mittwoch in Potsdam auf der Fachtagung "Gefahren des Islamismus in Brandenburg – Chancen der Integration".

In Brandenburg gehe die größte Gefahr von Anhängern des so genannten Kaukasischen Emirates aus, warnte der Innenminister. "Sie wollen in Tschetschenien einen islamistischen Gottesstaat errichten", erläuterte Schröter. "Nicht wenige ihrer Führungspersonen haben sich darüber hinaus der Terrormiliz IS angeschlossen", erklärt der 63-jährige SPD-Politiker und rief gleichzeitig zum Kampf gegen die Gefährder auf.

"Wir müssen die Entwicklungen innerhalb der islamistischen Szene sehr ernst nehmen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen."

Dahingegen nahm Verfassungsschutzchef Frank Nürnberger (47) warnte gleichzeitig vor Verallgemeinerungen und dämpfte damit die Aussagen von Schröter. "In Brandenburg leben mehrere zehntausend Muslime, davon gelten lediglich 130 als Islamisten", sagte er. "Wer Muslime von vornherein als potenzielle Terroristen abstempelt, schürt übertriebene Ängste in der Bevölkerung und erschwert die Integration der zu uns geflüchteten Menschen."

Im Zentrum der Tagung und Diskussionen standen Erfahrungen der Integrationsarbeit sowie aktuelle Entwicklungen im islamistischen Extremismus.

Titelfoto: DPA


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