Mann verliert Zimmerschlüssel und bekommt saftige Rechnung

Innsbruck - Das Wochenende, das ein Tiroler am Neusiedler See verbrachte, wurde für den Mann zu einem teuren Spaß. Weil der Österreicher seinen Zimmerschlüssel verlor, erhielt er eine Hammer-Rechnung.

Der Wochenend-Ausflug zum Neusiedler See wurde für einen Österreicher zu einem teuren Spaß.
Der Wochenend-Ausflug zum Neusiedler See wurde für einen Österreicher zu einem teuren Spaß.  © Imago

Dass die Unterkunft dem Besucher den verlorenen Schlüssel in Rechnung stellt, kommt wenig überraschend. Die geforderte Summe hingegen schon.

Insgesamt 10.365 Euro wurden von dem Tiroler verlangt.

Der Besitzer der Pension hatte dabei wie folgt gerechnet. Weil es sich um einen Zentralschlüssel handelte, mit dem außerdem weitere Türen und der Eingang gesperrt werden konnten, sollte die ganze Schließ-Anlage des Gebäudes ausgetauscht werden.

Für 27 zu wechselnde Zylinder und die erforderliche Arbeit wurden 6334,19 Euro kalkuliert. Als diese Summe nicht gezahlt wurde, auch weil die Versicherung des Schlüssel-Verlierers die Geldsumme nicht übernehmen wollte, legte der Besitzer noch gut 3000 Euro für entgangene Kosten drauf.

Inklusive Bearbeitungs-, Mahn- und Evidenzgebühr ergab der Gesamtbetrag sogar eine fünfstellige Zahl, weshalb sich der Reisende an die Tiroler Tageszeitung wandte.

Nachdem ein Hotelgast den Zimmerschlüssel nicht mehr fand, wurde ihm der mögliche Austausch der kompletten Schließanlage in Rechnung gestellt.
Nachdem ein Hotelgast den Zimmerschlüssel nicht mehr fand, wurde ihm der mögliche Austausch der kompletten Schließanlage in Rechnung gestellt.  © dpa (Symbolbild)

"Wer einen Schlüssel verliert, muss ihn ersetzen. Das ist unbestritten", so Christian Schuster-Wolf von der Rechts- und Konsumentenpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer. Der Experte bestätigte zwar, dass ein Hotelbesitzer auf eine Entschädigung in Höhe des "tatsächlich erlittenen Schadens" pochen könne.

Die ausufernde Gesamtsumme stehe jedoch für Schuster-Wolf in keinem Verhältnis zur Situation. "Der Pensionsbesitzer will augenscheinlich auf Kosten des Gastes eines Zimmers völlig ausufernd eine neue Schließanlage für sein ganzes Haus einschließlich aller anderen Zimmer einbauen. Das ist sehr dreist und entbehrt jeder Rechtsgrundlage!", sagte der Rechts-Fachmann zur Tiroler Tageszeitung.

"Wenn der Gastgeber in seinem Haus eine Zentralanlage installiert und den Gästen Schlüssel aushändigt, die weit mehr Schlösser schließen als für den jeweiligen Gast notwendig, dann schafft er damit selbst ein Problem, für das er nicht seine Gäste verantwortlich machen kann", stellt der Experte klar, dass die Inkasso-Forderungen vollkommen unangemessen sind und behauptet, dass der Gast im Prozessfalle die Sympathien eines jeden Gerichts inne hätte.