Kuh tötet deutsche Urlauberin: Jetzt soll der Landwirt diese krasse Summe zahlen

Innsbruck - Im Zivilprozess nach einer tödlichen Kuh-Attacke auf eine deutsche Urlauberin in Österreich ist ein Landwirt vier Jahre danach zu Schadenersatz verurteilt worden. Und die Strafe hat es in sich.

Eine Kuh hatte die Frau im Jahr 2014 zu Tode getrampelt. (Symbolbild)
Eine Kuh hatte die Frau im Jahr 2014 zu Tode getrampelt. (Symbolbild)  © 123RF

Das Landgericht Innsbruck sprach dem Ehemann und dem Sohn des Opfers insgesamt rund 180.000 Euro zu. Zusätzlich müsse der Bauer dem Mann eine monatliche Rente von 1200 Euro und dem Sohn von 350 Euro zahlen, teilte das Gericht am Freitag mit.

Wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten, belaufe sich die Gesamtsumme damit auf 490.000 Euro, also fast eine halbe Million, die der Landwirt der Opferfamilie zahlen soll.

Nach Auffassung des Gerichts hatte er nur unzureichend vor den Gefahren einer Kuhherde, in der Kälber aufwachsen, gewarnt. Die aufgestellten Warnschilder hätten nicht ausgereicht.

"An einem neuralgischen Punkt wie dem Unfallort sind Abzäunungen zum Schutz des höchsten Gutes, des menschlichen Lebens, notwendig und aufgrund des geringen Aufwandes auch zumutbar", argumentierte das Gericht.

Die 45 Jahre alte Hundehalterin aus Rheinland-Pfalz war im Sommer 2014 im Tiroler Stubaital von der Kuhherde, die offenbar die Kälber vor dem Hund schützen wollte, zu Tode getrampelt worden, wie eine Obduktion ergab.

Verurteilter Bauer geht in Berufung

Die Frau hatte laut Gericht die Hundeleine mit einem Karabiner um die Hüfte fixiert. Zwar räumte das Gericht ein, dass sie hätte wissen müssen, dass Mutterkühe aggressiv auf Hunde reagieren können. Es sei sorglos gewesen, den Hund so zu fixieren, dass er nicht sofort losgelassen werden könne.

"Die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbaren Angriffes war aufgrund des sonstigen Verhaltens der Verunfallten aber sehr gering", so das Gericht weiter. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Landwirt waren 2014 eingestellt worden.

Gegen das jetzt ergangene Urteil will er Berufung einlegen. Er sieht keine Verletzung der Sorgfaltspflicht und verweist auf einen Sachverständigen, der die vorhandene Beschilderung als ausreichend bewertet hatte.

Titelfoto: 123RF

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