"Sieg oder Sarg!" DSV-Star Markus Eisenbichler will WM-Goldmedaille

Innsbruck - Ohne einen Weltcup-Sieg kann Markus Eisenbichler (27) in Innsbruck Weltmeister werden. Der Ur-Bayer ist einer, mit dem die Zuschauer mitfiebern können. Sein Trainer lobt ihn darüber hinaus in den allerhöchsten Tönen.

Markus Eisenbichler will bei der WM in Innsbruck über sich hinauswachsen.
Markus Eisenbichler will bei der WM in Innsbruck über sich hinauswachsen.  © DPA

Eisenbichler mag es gerne martialisch. Alles oder nichts, das heißt in der Sprache des Ur-Bayers: "Sieg oder Sarg!" Oder etwas abgeschwächt: "Pokal oder Spital!" Und je länger Eisenbichler auf seinen ersten Erfolg wartet und je häufiger er daran lediglich haarscharf vorbei schrammt, desto größer wird im Anschluss sein Verlangen danach.

"Dann werde ich komplett ausrasten, so viel steht fest", sagte "Eisei" in dieser Woche der Sport Bild. Der Skispringer aus Siegsdorf lässt sich prima über seine Emotionen erklären: Liefert er, färbt sein euphorischer Jubel regelrecht ab. Läuft es allerdings nicht so wirklich, flucht er auch sehr gerne einmal mit einem bayerischen Kraftausdruck.

Bei der ersten Skisprung-Entscheidung dieser Nordischen Ski-WM am Samstag (14.30 Uhr, ARD und Eurosport) in Innsbruck ist Eisenbichler einer der heißen Kandidaten auf das begehrte Edelmetall.

Sein Absprung ist dynamisch und hochexplosiv, sein Fluggefühl im letzten Drittel so fein wie bei kaum einem anderen Athleten weltweit. Bundestrainer Werner Schuster (49) sieht in Eisenbichler den begabtesten Athleten seines starken Teams. "Wenn er einen guten Sprung macht, ist er eigentlich der Allerbeste. Dann kann er auch Kobayashi schlagen", so der Österreicher.

Bei der Vierschanzentournee platzte Eisenbichlers Traum vom ersten Sieg zweimal ganz knapp, auch beim Skifliegen in Oberstdorf fehlte nur ein Hauch.

Sein zweiter Platz von Willingen, der weniger als 24 Stunden nach Rang 36 folgte, war ein Sinnbild für die Extreme, zwischen denen der Bayer wandelt.

Tanz auf Rasierklinge

Bundestrainer Werner Schuster glaubt an Markus Eisenbichler. (Archivbild)
Bundestrainer Werner Schuster glaubt an Markus Eisenbichler. (Archivbild)  © DPA

"Bei ihm ist es ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Fehler sind bei ihm eine Folge eines zu aggressiven Absprungs. Er ist an guten Tagen einer der Besten und an schlechten Tagen ist er raus", ordnete Schuster deshalb ein.

In den Tagen von Seefeld und Innsbruck präsentiert sich Eisenbichler gelöst und gutgelaunt, am Tag vor dem großen Finale gewinnt er sowohl den Probedurchgang als auch die Qualifikation. Der 27-Jährige scherzt mit seinen Kollegen, hat Spaß auf der Schanze und endlich die Leichtigkeit, nach der er lange Zeit auf der Suche war.

Nach seinem Quali-Sieg, bei dem er auch die Top-Favoriten Ryoyu Kobayashi (22) und Kamil Stoch (31) distanzierte, klatschte er zufrieden in die Hände. "Ich habe zwei gute Sprünge gemacht. Jetzt freue ich mich einfach. Was die anderen Leute sagen, ist mir ziemlich wurscht", sagte "Eisei" zu den hohen Erwartungen an seine Person.

Ein Jahr nach dem prägenden Ereignis Pyeongchang, als er fürs Teamspringen aussortiert wurde und als einziger Deutscher ohne Olympia-Medaille nach Hause flog, geht Eisenbichler voran und blickt optimistisch auf die Highlight-Wochen der Saison.

"Solche Entscheidungen gibt es nicht nur im Sport, sondern auch im normalen Leben. Da muss man drüber stehen und es das nächste Mal besser machen. Ich werde schauen, dass solche Entscheidungen nicht mehr gegen mich passieren, sondern nur noch für mich", hatte "Eisei" vor der laufenden Saison betont.

Für die WM gilt das allemal: Mit seinen Vorleistungen und seiner Form ist er in Tirol kein Streichkandidat mehr.

Titel im Visier: Markus Eisenbichler will es bei der WM allen und auch sich selbst beweisen.
Titel im Visier: Markus Eisenbichler will es bei der WM allen und auch sich selbst beweisen.  © DPA

Titelfoto: DPA

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