Stau-Chaos auf Inntalautobahn: Jetzt macht Tirol auch noch die Landstraßen dicht!

Kiefersfelden/Kufstein - Und täglich grüßt das Murmeltier: Die erneute Blockabfertigung von Lastwagen hat am Freitagmorgen zu kilometerlangen Staus auf der Inntalautobahn in Richtung Süden geführt. Nun will Tirol zu noch härteren Mitteln greifen.

Autos und Lkw fahren zwischen Patsch und Schönberg am Brenner (Autobahn A13) über die Europabrücke.
Autos und Lkw fahren zwischen Patsch und Schönberg am Brenner (Autobahn A13) über die Europabrücke.  © DPA

"Derzeit steht der Verkehr auf über 20 Kilometern Länge - Tendenz steigend", sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Der Rückstau gehe aktuell vom Grenzübergang Kiefersfelden bis zur Ausfahrt Reischenhart.

Zum wiederholten Mal lässt die Tiroler Landesregierung pro Stunde nur eine bestimmte Anzahl Lastwagen die Grenze passieren. Auf deutscher Seite werden Autofahrer auf der linken Spur an den stehenden Lastwagen vorbeigelotst.

Die Lkw-Blockabfertiung ist bereits die vierte in dieser Woche. Die sich stauenden Lastwagen belegen vor allem den rechten Fahrstreifen. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dürfen nicht überholen.

Wie lange die Blockabfertigung am Freitag noch anhält, ist derzeit nicht bekannt.

Verkehrs-Chaos vorprogrammiert: Tirol sperrt auch Landstraßen

An Wochenenden will Tirol künftig auch Ausweichstraßen sperren. (Symbolbild)
An Wochenenden will Tirol künftig auch Ausweichstraßen sperren. (Symbolbild)  © DPA

In Tirol sollen zudem künftig an Wochenenden Landstraßen gesperrt werden, die von Urlaubern zur Umfahrung von Staus oder zur Vermeidung der Maut auf den österreichischen Autobahnen genutzt werden können.

Betroffen sind laut der Nachrichtenagentur APA die Ausfahrten zwischen Hall und Zirl auf der Inntalautobahn (A12), sowie bei Patsch und bei Gries am Brenner auf der Brennerautobahn (A13).

Die Brennerstraße selbst ist von den Verboten nicht betroffen. "Zu den Auswirkungen dieser zusätzlichen Maßnahme haben wir aktuell noch keine Erfahrungen", teilte der Polizeisprecher mit.

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) will nach eigenen Angaben Dörfer auf österreichischer Seite vom Transitverkehr entlasten. Die Umfahrung von Staus oder mautpflichtigen Routen ist für Urlauber damit erschwert.

Am Donnerstag traten die Verbote erstmals in Kraft, künftig sollen sie bis Mitte September jeweils an den Wochenenden gelten.

Fahrverbote in Tirol: Landeschef Platter kontert Kritik aus Bayern

Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmann von Tirol (Österreich).
Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmann von Tirol (Österreich).  © DPA

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter hat die Kritik aus Bayern an den angekündigten Fahrverboten am Wochenende scharf zurückgewiesen.

"Ich nehme an, dass die bayerische Politik noch nicht wirklich begriffen hat, um was es bei dieser Maßnahme geht", sagte Platter am Freitag laut einer Mitteilung. "Nur weil unsere Nachbarn bei der Pkw-Maut eine empfindliche Niederlage einstecken mussten, sollen sie jetzt nicht die Beleidigten spielen, sondern mit uns aktiv an der Entlastung der Bevölkerung arbeiten." Tirol werde seinen Kampf gegen die massive Verkehrsbelastung auf jeden Fall fortsetzen.

"Wenn die Dörfer vom Ausweichverkehr derart verstopft sind, dass es nicht einmal mehr für die Rettungsdienste ein Durchkommen gibt, dann können und dürfen wir nicht tatenlos zusehen", sagte Platter am Freitag.

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) hatte den Schritt als "unsäglich" und als "reine Schikane" kritisiert. Außerdem forderte er die EU-Kommission auf, dieses Verhalten zu unterbinden.

Titelfoto: DPA


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