Jetzt offiziell: Instagram schafft die Likes ab

Los Angeles - Das Foto-Netzwerk beginnt mit der Umsetzung dessen, was die App-Betreiber bereits ankündigten: Instagram soll seine "Likes" verlieren!

Instagram setzt seine User via Twitter über das Experiment und die Gründe in Kenntnis.
Instagram setzt seine User via Twitter über das Experiment und die Gründe in Kenntnis.  © Screenshot/twitter

Im April diesen Jahres wurde es bereits angekündigt, jetzt startet das Experiment. Das Foto-Netzwerk Instagram verändert die "Like-Funktion" gravierend!

In sieben Ländern testet Instagram ab sofort, wie sich das User-Verhalten ändert, wenn man unter geposteten Beiträgen anderer die Like-Anzahl nicht mehr einsehen kann.

In Australien, Neuseeland, Japan, Kanada, Brasilien, sowie Irland und Italien hat die Test-Phase jetzt begonnen. Als ausgewählter Proband ist es nun also möglich, dass man nur noch unter seinen eigenen Beiträgen einsehen kann, wie vielen und welchen Leuten der jeweilige Post gefällt.

Die Gründe des Einschnitts sind vielschichtig: Neben dem Kampf gegen Fake-Profilen möchte Instagram, wie es via Twitter mitteilte, vor allem aber den Blick wieder aufs Wesentliche richten - wichtig soll der geteilte Inhalt und nicht die Like-Anzahl sein.

"Öffentliche Likes" befeuern Mobbing und Diskriminierungen

Für Influencer wie Tammy Hembrow wären die Arbeitsbedingungen mit einem like-freiem Instagram deutlich schwieriger.
Für Influencer wie Tammy Hembrow wären die Arbeitsbedingungen mit einem like-freiem Instagram deutlich schwieriger.  © Screenshot/Instagram

In einer Zeiten der Digitalisierung und sozialen Netzwerken verändern sich soziale und zwischenmenschliche Grenzen und Horizonte massiv. Personen definieren sich über Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Der Trend, sich über Likes zu profilieren und zu definieren, ist ein ebenso starker wie gefährlicher.

Instagram versucht dem entgegenzutreten, ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und möchte den Druck vom User nehmen. Die Fälle von Diskriminierungen und Mobbing aufgrund von "zu wenig" Likes nehmen immer mehr zu.

Das Netzwerk setzt auf eine deutlich privater orientierte Schiene. Seit Ende November des letzten Jahres gibt es unter anderem die Möglichkeit, seine Storys nur noch ausgewählten beziehungsweise "engen Freunden" anzeigen zu lassen.

Nicht nur für den privaten "Freizeit-User" zieht die Privatisierungs-Welle von Instagram also drastische Veränderungen mit sich - besonders für den neuen Berufszweig der sogenannten Influencer werden die Arbeitsbedingungen dadurch um ein vielfaches schwerer.

Likes sind der Parameter schlechthin. Beliebtheit, Reichweite und Interaktions-Rate ließt man beinahe ausschließlich an der Like-Anzahl ab. Somit wird es immens schwer für einen Influencer, dass potentielle "Kunden" auf ihn aufmerksam werden.

Deutschland bleibt von dem Experiment bislang jedoch noch "verschont".

Instagram wurde 2012 vom Social-Media-Riesen Facebook für eine Milliarde Dollar geschluckt.
Instagram wurde 2012 vom Social-Media-Riesen Facebook für eine Milliarde Dollar geschluckt.  © Silas Stein/dpa

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