Integrations-Offensive: Die Ministerin hat ein Programm

Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten, reicht nicht, sagt Integrationsministerin Petra Köpping (57, SPD). Die Integration müsse sofort starten.
Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten, reicht nicht, sagt Integrationsministerin Petra Köpping (57, SPD). Die Integration müsse sofort starten.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (57, SPD) macht Druck: Die Integration der Flüchtlinge dürfe nicht aufgeschoben werden. Sie legte jetzt ein kurzfristiges Handlungsprogramm vor.

Es soll die Zeit bis zu einem Integrationsgesetz überbrücken. Damit reagierte Köpping auch auf Äußerungen aus der CDU, wonach ihr ein Plan fehle, die reine Unterbringung der Flüchtlinge jetzt wichtiger sei.

Sie verwies darauf, dass fast die Hälfte eine sehr hohe Bleibeperspektive habe.

Das Konzept sieht verpflichtende „Wegweiserkurse“ in allen Erstaufnahme-Einrichtungen vor. Die ersten Kurse beginnen schon diesen Monat in zunächst sechs Unterkünften. In den 30-Stunden- Kursen soll es um Grundlagen des Zusammenlebens, Alltagsfragen und Sprachkenntnisse gehen.

Für Großunterkünfte sollen Betreuungsstandards definiert werden. Drogen- und Schwangerschaftsberatung sowie Förderprogramme zur Intergration in den Arbeitsmarkt sollen ausgebaut werden, Schulen mehr Sozialarbeiter bekommen.

Die Ministerin regt auch an, geschlossene Polizeireviere auf dem Land wieder zu öffnen!

Allein für diese Integrationsmaßnahmen müsste Sachsen pro Jahr zusätzlich 60 Millionen Euro aufbringen. Zudem will Köpping 15 weitere Stellen in ihrem Bereich. Derzeit sind es sieben.

Für sie gut angelegtes Geld. Wichtig sei, nicht auf Bundesprogramme zu warten: „Nicht fragen, was alles noch kommt, sondern was alles schon geht.“

Fotos: Holm Helis, dpa/Arno Burgi


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