Randale in Leipzig: Interne Videos aufgetaucht! So überfordert wirkte die Polizei

Leipzig - Im Internet sind interne Video- und Tondokumente der Polizei zum Einsatzgeschehen bei den schweren Ausschreitungen am 12. Dezember 2015 in Leipzig aufgetaucht. Die Aufnahmen belegen eine Gewaltorgie gegen Einsatzkräfte und eine offenbar völlig überforderte Polizeiführung.

Polizisten stehen vor einer brennenden Barrikade und werden von Chaoten beworfen. Am Abend werden 69 Beamte verletzt sein.
Polizisten stehen vor einer brennenden Barrikade und werden von Chaoten beworfen. Am Abend werden 69 Beamte verletzt sein.  © dpa - Bildfunk

Dem Duktus nach sind es Linksextremisten, die auf mehreren Internetportalen zwei Videodateien mit zusammengeschnittenen Originalaufnahmen vom 12. Dezember 2015 veröffentlichten.

Diese stammen aus Videoaufzeichnungen verschiedener Polizeieinheiten, darunter von einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), aus dem Polizeihubschrauber und von der Bordkamera eines Wasserwerfers.

In schockierender Weise zeigen die Bilder, wie hunderte linke Gewalttäter die Polizisten mit Steinen und Pyrotechnik angreifen.

In einer Sequenz ist zu sehen, wie die Vermummten bis auf etwa drei Meter an die Polizisten heranrücken und mit Steinen auf sie zielen. Die Bilanz damals: 69 verletzte Polizeibeamte!

Der in der Tonspur laufende Funkverkehr dokumentiert zudem das Chaos der Einsatzführung.

"Wir müssen irgendwas machen ... Es kommen keine Weisungen ... Die Situation ist nicht zu halten", heißt es da.

Kaum Urteile für Randalierer

Ein Wasserwerfer rückt im Steinhagel vor. Die Aufnahme stammt von der Bereitschaftspolizei.
Ein Wasserwerfer rückt im Steinhagel vor. Die Aufnahme stammt von der Bereitschaftspolizei.  © Polizei Leipzig

Und wie kommen die Aufzeichnungen nun in die Öffentlichkeit?

"Wir prüfen das aktuell", sagte Polizei-Sprecher Uwe Voigt auf Anfrage. Dass es die eigenen Leute waren, glaubt in der Behörde niemand.

Viele am Randaletag gefertigte Polizeivideos sind jedoch Bestandteil von Verfahrensakten, die auch den Anwälten von Beschuldigten in Kopie zur Verfügung gestellt wurden ...

Apropos Beschuldigte: Nach der Randale führte die Staatsanwaltschaft 191 Ermittlungsverfahren. Doch nur in 27 Fällen reichten die Erkenntnisse für Anklagen oder Strafbefehle.

Laut Staatsanwaltschaft ergingen bislang in 21 Fällen gegen Randalierer rechtskräftige Urteile.

Die Aufnahme stammt aus einem Polizeihubschrauber und zeigt Randalierer, die einen Fußweg aufbrechen, um an Steine heranzukommen.
Die Aufnahme stammt aus einem Polizeihubschrauber und zeigt Randalierer, die einen Fußweg aufbrechen, um an Steine heranzukommen.  © Polizei Leipzig
Diese Aufnahme einer stationären Polizeikamera dokumentiert, wie sich linke Extremisten in einer Seitenstraße zusammenrotten.
Diese Aufnahme einer stationären Polizeikamera dokumentiert, wie sich linke Extremisten in einer Seitenstraße zusammenrotten.  © Polizei Leipzig

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