Internet-Pranger: Schweiz macht kurzen Prozess mit Hooligans

Mit diesem Fotos sucht die Staatsanwaltschaft Luzern nach den Schlägern aus der Hooliganszene.
Mit diesem Fotos sucht die Staatsanwaltschaft Luzern nach den Schlägern aus der Hooliganszene.

Luzern/Schweiz - Die Staatsanwaltschaft Luzern in der Schweiz setzt auf radikale Mittel bei der Lösung von Hooligan-Problemen. Da die mutmaßlichen Teilnehmer einer Schlägerei auf "herkömmlichem" Weg bisher nicht gefasst wurden, setzt die Staatsanwaltschaft jetzt auf die Bevölkerung und das Internet.

Nach einem Fußballspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich kam es am 25. Mai 2015 in Luzern zu einer Schlägerei zwischen "Fabs" der beiden gegnerischen Mannschaften.

Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf, suchte die Beschuldigten mit einer Öffentlichkeitsfahndung und gab den Männern die Chance sich selbst zu stellen.

Leider mit mäßigem Erfolg. Zwar wurden vereinzelte Tatverdächtige identifiziert, nach einem Großteil fahnden die Beamten aber noch immer.

Ungepixelt werden die gesuchten Männer im Internet gezeigt.
Ungepixelt werden die gesuchten Männer im Internet gezeigt.

Nun greifen sie zu einem für sie nicht neuen Mittel: Kurzerhand veröffentlichten sie Fotos von den Männern im Internet, bitten die Bürger um Mithilfe und Informationen zu den Personen. Bereits seit 2012 wird diese Methode hin und wieder angewendet.

Das Ungewöhnliche: Die Gesichter werden ungepixelt gezeigt! Und das obwohl die Personen noch gar nicht verurteilt wurden und somit eigentlich noch als unschuldig gelten sollten. Eine ungepixelte Veröffentlichung ist in solchen Fällen eher unüblich. Doch anscheinend wissen die Beamten sich nicht anders zu helfen.

Online verbreiten sich solche Fotos meist in Windeseile, bekanntlich schneller und einfacher als auf Papier. Ob sich die Erfolgschancen der Staatsanwaltschaft dadurch entscheidend erhöhen, bleibt abzuwarten.

Fotos: Staatsanwaltschaft Luzern


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