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Dresden - Anti-Asyl-Proteste landauf, landab. Politiker versäumen pünktliche Informationen. Bürger protestieren auf Vorrat. Gespräche miteinander scheinen nicht mehr möglich. Einer, der es doch immer wieder versucht, ist Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen. Mit dem 55-Jährigen sprach Torsten Hilscher.
Frank Richter (li.) im Gespräch mit MOPO-Redakteur Torsten Hilscher. Beide gingen im Oktober 1989 auf die Straße.
Frank Richter (li.) im Gespräch mit MOPO-Redakteur Torsten Hilscher. Beide gingen im Oktober 1989 auf die Straße.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Anti-Asyl-Proteste landauf, landab. Politiker versäumen pünktliche Informationen. Bürger protestieren auf Vorrat. Gespräche miteinander scheinen nicht mehr möglich.

Einer, der es doch immer wieder versucht, ist Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen. Mit dem 55-Jährigen sprach Torsten Hilscher.

MOPO: Die Landeszentrale hat den Auftrag überparteilicher Demokratie-Diskurse. Sind in aufgeregten Zeiten wie diesen überhaupt noch sachliche Gespräche möglich, wenn es um „heiße Themen“ wie Zuwanderung und Asyl geht?

Frank Richter: Es gibt keine vernünftige Alternative zu öffentlichen Gesprächen und Diskussionen. Wenn wir sie unterlassen, weil sie schwierig sind und die Emotionen gelegentlich überborden, überlassen wir diese Themen Populisten, Extremisten und Demagogen. Die Demokratie findet im offenen Diskurs zu ihrer eigentlichen Stärke.

Frank Richter (55) auf dem Gelände der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen in Dresden.
Frank Richter (55) auf dem Gelände der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen in Dresden.

MOPO: Was erleben Sie bei Ihren Veranstaltungen? Wie erleben Sie die Menschen?

Frank Richter: Alle Menschen, die zu den Veranstaltungen der Landeszentrale kommen, kommen freiwillig. In aller Regel kommen viele. Das Rede- und Mitteilungsbedürfnis ist groß. Der Bedarf an Information ebenso. Dass viele Teilnehmer emotionalisiert sind, muss uns nicht wundern. Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen 25 Jahren tiefgreifend verändert. Nun kommen mit den Flüchtlingen neue Veränderungen ins Land. Da entstehen zwangsläufig Fragen, Ängste und Sorgen.

MOPO: Sie waren bei der ersten Freitaler Versammlung zum Thema Asyl dabei. Kann man das noch als Bürgerversammlung bezeichnen?

Frank Richter: Weit über 90 Prozent der Anwesenden verhielten sich konstruktiv. Ich hatte den Eindruck, dass sie gekommen waren, um sich informieren zu lassen. Die von den Stadträten vorgetragenen Positionen des Ältestenrates fand ich sachlich, klar und vernünftig. Freital ist eine weltoffene Stadt. Die Stadtgesellschaft will keinen Rassismus. Ich fand auch das hartnäckige Nachfragen der Kritiker zur Unterbringung im ehemaligen Hotel und zur finanziellen Seite der „Asylwirtschaft“ sachlich und nachvollziehbar.

Nicht hinnehmbar war das Verhalten einer kleinen Minderheit. Es gab feindseliges, hasserfülltes und menschenverachtendes Gebrüll. Davon müssen sich die anständigen Freitaler abgrenzen. Ich hatte den Eindruck, dieser Minderheit wäre es recht gewesen, die Versammlung wäre geplatzt. Das ist ein starker Hinweis darauf, dass die Stadt nicht lange warten sollte mit der nächsten Zusammenkunft.

Die hässliche Fratze der Demokratie: Die erste Freitaler Bürgerversammlung zum Thema Asyl war auch von Pöbeleien und Tumult begleitet.
Die hässliche Fratze der Demokratie: Die erste Freitaler Bürgerversammlung zum Thema Asyl war auch von Pöbeleien und Tumult begleitet.

MOPO: Nach der Versammlung forderten Sie die „Isolierung“ und „Ächtung“ der Störer im Saal.

Frank Richter: Die Äußerungen bezogen sich auf diejenigen (eine kleine, aber lautstarke Minderheit), die sich u. a. äußerte: „Pack“, „Schmarotzer“, „… die produzieren nur Müll“. Es wurde laut gebrüllt. Identifizieren, isolieren und ächten - das habe ich natürlich nicht juristisch, sondern gesellschaftlich gemeint. Die Stadtgesellschaft muss sich von denen, die sich so äußern und verhalten, abgrenzen. Dazu muss man die betreffenden Personen auch ansprechen, ächten im Sinne von ablehnen und ihrem Verhalten jeden Akzeptanz entziehen.

MOPO: Unter dem Motto „Die zornigen alten Männer und die Politik“ haben Sie Bürger zu sich geladen, die ebenfalls lautstark sind. Auf ihre Art, per Post.

Frank Richter: Tatsächlich sind viele derer, die uns schreiben, „zornige alte Männer“. Das ist keine Bewertung. Das ist eine Feststellung. Zornig-Sein ist erlaubt. Die Frage ist, wohin dieser Zorn führt, ob er zerstört oder hilft. An uns gegangene Zuschriften werden nun wissenschaftlich untersucht, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte der Absender zu verletzen.

Montagsdemos heute. Nationalisten und Scharfmacher instrumentalisieren die Ängste der Bürger.
Montagsdemos heute. Nationalisten und Scharfmacher instrumentalisieren die Ängste der Bürger.

Wie weiter in Sachsen? - Es werden ja mehr Asylsuchende als bislang geplant kommen.

Frank Richter: Ja. Die Not auf der Welt ist groß. Mancherorts ist die politische und soziale Ordnung völlig aus den Fugen geraten. Deutschland ist keine Insel. Die Bundesrepublik ist ein humanitärer Staat. Das Asylrecht ist im Grundgesetz verankert. Die Politik muss sich einstellen auf die Erfüllung einer großen Gestaltungsaufgabe, die nur gelingen wird, wenn die einheimische Bevölkerung einbezogen und mitgenommen wird.

Wie sollten/müssten alle Seiten denn nun miteinander zurechtkommen?

Frank Richter: Ich bin überzeugt, dass der Alltag im Zusammenleben von Einheimischen, Ausländern, Flüchtlingen und Asylbewerbern nicht nur Schwierigkeiten mit sich bringen wird. All die Genannten haben vieles gemeinsam. Sie sind Menschen. Sie sind auf der Suche nach Sicherheit, Frieden und Glück. Im Innersten weiß jeder Mensch, dass er sein Glück nicht ohne und schon gar nicht gegen andere bekommen kann.

Am meisten hoffe ich, da bin ich ganz ehrlich, auf das Mitgefühl der Frauen. Frauen, die anderen Frauen begegnen, Mütter, die andren Müttern begegnen, kommen in aller Regel schneller hinweg über die Probleme der großen und der kleinen Politik. Sie vertrauen in aller Regel der Stimme des Herzens mehr als der Stimme des Verstandes. Der Verstand sieht Probleme. Das Herz erkennt Möglichkeiten.

Ein stiller Held der Revolution

Friedliche Bürger bei einer friedlichen Revolution. Frank Richter im Herbst 1989 im Dresdner Rathaus.
Friedliche Bürger bei einer friedlichen Revolution. Frank Richter im Herbst 1989 im Dresdner Rathaus.

Frank Richter gilt als eine zentrale Persönlichkeit der friedlichen Revolution in Dresden. Mit einem Kollegen und der Unterstützung eines gleichaltrigen Polizeioffiziers gelang es ihm am 8. Oktober 1989, die „Gruppe der 20“ zu initiieren - eine der ersten oppositionellen Bürger-Gruppen, mit denen die SED-Obrigkeit sprach.

Damals wirkte Richter als katholischer Priester an der Hofkirche. Wegen seines bewussten Bruchs des Zölibats durfte Richter später nicht mehr für die römische Amtskirche tätig sein. Er wirkte danach als Pfarrer in Aue und in der alt-katholischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Im Anschluss an diese Zeit unterrichtete er Ehtik und Latein in Hessen.

Seit Februar 2009 ist er Direktor des Landeszentrale für politische Bildung Sachsen in Dresden-Trachau. In dieser Funktion moderierte er seit Jahren Bürgerdialoge, darunter - nach festgefahrenen Fronten - die Gespräche zum würdigen Umgang mit dem Datum 13. Februar. An diesem Tag war 1945 die Stadt stark zerstört worden. Vor allem rechte Kreise versuchten, daraus Kapital zu schlagen und die Stadt zum Aufmarschplatz zu machen. Über das Wie von Gegendemonstrationen zerstritt sich die Bürgergesellschaft. Richter schlichtete.

Die Rolle des Moderators und Schlichters wird ihm nun auch seit Beginn der Anti-Asyl-Proteste zugeschrieben - nicht ohne Anfeindungen, da er unter anderen PEGIDA eine bewusst neutrale Plattform bei sich bot. Richter hat eine Lebensgefährtin. Er wohnt in Freital und in Leipzig-Markkleeberg. Geboren wurde er in Meißen, in Großenhain wuchs er auf.

Fotos: imago, Eric Münch, dpa

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