Interview nach der Landung: Das hat "Astro-Alex" am meisten vermisst

Scheskasgan/Köln - Alexander Gerst ist wieder auf der Erde. Nach sechseinhalb Monaten im All ist der deutsche Astronaut am Donnerstagmorgen planmäßig mit einer Sojus-Kapsel in der Steppe von Kasachstan in Zentralasien aufgeschlagen (TAG24 berichtete).

Alexander Gerst nach der Landung mit der Sojus-Kapsel.
Alexander Gerst nach der Landung mit der Sojus-Kapsel.  © DPA

Im Interview mit dem ARD-Studio Moskau schildert der 42-Jährige, wie es ist, wieder auf der Erde zu sein und was er im All am meisten vermisst hat.

"Zum ersten Mal wieder den Geruch vom Schnee und von der Erde, das ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man das ein halbes Jahr nicht gehabt hat", sagt Astro-Alex.

"Es ist schön, bekannte Gesichter zu sehen, Freunde von mir sind hier, und das ist, glaube ich, eines der schönsten Dinge, wenn man vom Weltraum zurückkommt und dann von Freunden umringt ist", freut sich Gerst.

Die Landung mit der Sojus-Kapsel sei viel entspannter gewesen als bei der Rückkehr von seiner ISS-Mission vor vier Jahren.

"Bei der letzten Landung hatten wir anderthalbmal mehr G-Kräfte und sind dann hinterher ein bisschen vom Wind rumgeschleift worden", sagt Gerst. "Heute lief es sehr viel einfacher und angenehmer."

Alexander Gerst: "Die ganze Erde sieht schön aus von oben"

Diesen tollen Ausblick durfte "Astro-Alex" mehr ein sechs Monate lang genießen.
Diesen tollen Ausblick durfte "Astro-Alex" mehr ein sechs Monate lang genießen.  © DPA

Welcher Ort auf der Erde ihm von seinem Ausblick am besten gefallen hat, kann "Astro-Alex" nicht sagen.

"Die ganze Erde sieht schön aus von oben, nicht nur Deutschland", so der Astronaut. "Ich habe noch keinen einzigen Ort gefunden, der mein absoluter Lieblingsort war, weil ich dann immer noch einen gesehen habe, der noch schöner war."

Eine Schönheit, die erhalten werden muss. Das machte Gerst auch in seiner letzten Video-Botschaft vor der Rückkehr klar. Seine fünfminütige "Nachricht an meine Enkelkinder" hat dabei für sehr viel Aufsehen gesorgt (TAG24 berichtete).

Er müsse sich für seine Generation entschuldigen, sagt er darin. "Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden."

Die Menschheit sei dabei, das Klima zu kippen, Wälder zu roden, Meere zu verschmutzen und die limitierten Ressourcen viel zu schnell zu verbrauchen.

Die Erde sei ein "zerbrechliches Raumschiff" und er hoffe, dass "wir noch die Kurve kriegen." Kein anderes Video wurde am Mittwoch in Deutschland häufiger auf Facebook geteilt.


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