Kutschke spielt endlich für seinen Lieblingsverein

Kutschke wird von Dynamofans begrüßt.
Kutschke wird von Dynamofans begrüßt.

Von Dirk Löpelt

Benahavis - Der erste Eindruck ist immer der wichtigste. Und manchmal der beste - so wie bei Stefan Kutschke. Nur ein kleiner Aspekt: Der Dresdner Junge spricht nach achtjähriger Wanderschaft immer noch richtig schön Sächsisch...

Dynamos Neuzugang ist im spanischen Trainingscamp gelandet: „Ich wurde sofort super aufgenommen, in der Truppe herrscht einfach eine lockere Stimmung.“

Und richtig neu ist die Mannschaft für ihn ja auch nicht: „Eile kenne ich noch aus Wolfsburger Zeiten, das macht es mir jetzt ein bisschen leichter. Außerdem war ich bei vielen Heimspielen und ein paar Auswärtsspielen von Dynamo dabei.“

Als Zuschauer versteht sich, meist zusammen mit Ex-Dynamo Robert Koch. Beide landeten in Nürnberg auf dem Abstellgleis.

So richtig weg ist Kutschke, der 1,94 Meter große Mittelstürmer, nie gewesen. Der Kontakt ist seit seiner schwarz-gelben A-Jugend-Zeit nie abgerissen. Auch, weil der Striesener immer Fan geblieben ist.

Jetzt steht er für seinen Lieblingsverein bald selbst unten auf dem Rasen. „Wenn man von hier kommt, träumt man als Fußballer immer davon, mal für Dynamo zu spielen. Aber man spürt auch eine Verantwortung gegenüber dieser Stadt, diesem Verein.“ Dieser gerecht zu werden, ist Kutschkes großes Ziel.

Stefan Kutschke
Stefan Kutschke

Dass er einmal in der Bundesliga landen würde, hätte er selbst nicht gedacht: „Ich bin ja nicht den klassischen Weg über Ausbildungszentren gegangen. Ich habe Stadtliga gespielt, in Laubegast dann Landesliga. In dem Alter waren mir einige weit voraus. Da denkt man, die holt man nie ein. Zumal, wenn man sich selbst einschätzen kann.“

Statt vom Profifußball zu träumen, absolvierte er eine Ausbildung im öffentlichen Dienst als „Fachangestellter für Arbeitsförderung“, könnte nach der Karriere also beim Arbeitsamt anfangen.

Aber vorerst ging’s im Fußball weiter: „Man braucht Willen und auch viel Glück.“ Das hatte er zweimal: Zuerst, als ihn Hansi Kreische von Babelsberg zu RB Leipzig vermittelte.

Zum zweiten Mal, als ihn Felix Magath zum VfL Wolfsburg holte. Als Kutschke dort eintraf, war Magath allerdings schon gefeuert.

Trotzdem: „Das war eine Riesenerfahrung. Ich habe eine ehrliche Chance bekommen. Und saß plötzlich mit Stars wie Naldo oder Diego in der Kabine. Die kannte ich nur von der Playstation.“

Acht Spiele bestritt er in der Bundesliga für den VfL. Allein das Training sei aber eine Offenbarung gewesen: „Da wirst du sofort besser. Von Stürmern wie Bast Dost oder Ivica Olic habe ich eine Menge gelernt.“

Über Paderborn ging’s nach Nürnberg. Und dort lernte der 27-Jährige die Schattenseiten des Profigeschäfts kennen: „Ich hatte einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. Aber nach zwei Wochen sagte man mir, man plane nicht mit mir.“

Er musste den Verein verklagen, weil der ihn grundlos suspendierte und in die Zweite steckte: „Ich hatte kein Problem, bei der ,U 23‘ zu spielen. Aber dort wäre ich nicht versichert gewesen.“

Das Angebot „seines“ Vereins kam da jetzt gerade recht. Bis 2017 ist Kutschke ausgeliehen. Der Schritt in die 3. Liga ist für ihn keiner zurück: „Überhaupt nicht. 2016 ist für mich ein Neuanfang. Um zwei Schritte nach vorn zu machen!“

Kutschke beim Training.
Kutschke beim Training.

Fotos: Lutz Hentschel


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