"Ip Man 4: The Finale": Brutaler Martial-Arts-Reißer mit Donnie Yen kehrt ins Kino zurück!

Deutschland - Kampf der Ideologien: China gegen die USA! "Ip Man 4: The Finale" läuft nach der Corona-Pause seit dem 25. Juni wieder in den (bereits offenen) deutschen Kinos. Lest hier noch einmal die TAG24-Kritik zum Abschluss der sensationell erfolgreichen Martial-Artis-Reihe.

Bruce Lee (Danny Chan) lädt Ip Man in die USA ein, wo er seine Kampfkünste demonstriert.
Bruce Lee (Danny Chan) lädt Ip Man in die USA ein, wo er seine Kampfkünste demonstriert.  © PR/Copyright Koch Films

Am Ende von Teil drei musste Wing-Chun-Meister Ip Man (Donnie Yen) einen grausamen Schicksalsschlag wegstecken: seine geliebte Frau Cheung Wing-Sing (Lynn Hung) verlor den Kampf gegen den Krebs und starb im Jahr 1960.

Er trauert auch zu Beginn des vierten Teils, der im Jahre 1964 spielt, noch und muss sich gleichzeitig mit weiteren großen Problemen beschäftigen. Denn auch bei ihm wird ein bösartiger Tumor festgestellt.

Zusätzlich befindet sich sein Sohn Ip Ching (Jim Liu) in der Pubertät und wird aus der Schule geworfen, weil er zum wiederholten Mal einen Mitschüler verprügelte.

Da Ip Man von seinem legendären Schüler Bruce Lee (Danny Chan) nach San Francisco eingeladen wird, fliegt er in die USA, wo er nach Heilung-, aber auch einer passenden Schule für seinen Sprössling sucht.

Fündig wird er auf Anhieb aber nicht. Denn selbst Wan Zong-hua (Wu Yue), der Anführer der Kung-Fu-Meister in Chinatown, will Ip Man nicht helfen, weil Lee ein Buch auf Englisch schrieb, das auch Nicht-Chinesen die fernöstliche Kampfsportart näherbringt, was er und einige der anderen Meister als Affront ansehen.

Er sagt über die US-Amerikaner: "Diese weißen Teufel versuchen immer, uns loszuwerden. Sie würden sogar am liebsten Chinatown ganz abschaffen."

Auf der anderen Seite sieht es nicht besser aus. Denn US-Marine-Sergeant Barton Geddes (Scott Adkins) will erst gar nichts von Kung-Fu wissen. Für den brutalen Rassisten ist Karate die einzig wahre Art des Nahkampfes, weshalb es zum heftigen Aufprall der Kampfkulturen kommt ...

Deutscher Trailer zu "Ip Man 4: The Finale" mit Donnie Yen und Scott Adkins

Chinesischer Originaltrailer zu "Ip Man 4: The Finale"

Donnie Yen beeindruckt erneut als Schauspieler und Action-Darsteller

Ip Man (r., Donnie Yen) umarmt seinen pubertierenden Sohn Ip Ching (Jim Liu).
Ip Man (r., Donnie Yen) umarmt seinen pubertierenden Sohn Ip Ching (Jim Liu).  © PR/Copyright Koch Films

Diese Geschichte hat Wilson Yip ("Ip Man" 1-3) klasse umgesetzt. Ihm ist ein würdiger Abschluss dieser außergewöhnlichen Reihe gelungen.

An die herausragende Qualität von Teil eins und zwei kommt er wie sein direkter Vorgänger allerdings nicht ganz heran. Dafür ist der chinesische Pathos an einigen Stellen zu dick aufgetragen und fehlt andererseits ein wenig die Balance.

Es wird etwas zu viel Wert auf die Kämpfe gelegt, während die spannende und brisante Story an einigen Stellen zu kurz kommt.

Dennoch ist auch "The Finale" ein herausstechender Martial-Arts-Film, weil hier wichtige, aktuelle und zugleich zeitlose Themen wie Rassismus, das Einstehen für die eigenen Überzeugungen, der Kampf gegen Ungerechtigkeit und die Bedeutung von Zusammenhalt behandelt werden.

Der erfahrene Yen ("Rogue One: A Star Wars Story", "xXx: Die Rückkehr des Xander Cage", "Blade II") fungiert dabei mit seiner ruhigen Präsenz als erdender Anker. Neben seinen schauspielerischen Fähigkeiten bringt der mittlerweile 56 Jahre alte Darsteller auch wieder auf beeindruckende Art und Weise seine Qualitäten als Fighter mit ein.

Denn er wurde von Kindheit an in verschiedenen Kampfkünsten von seiner Mutter, einer Meisterin in Wushu und Tai-Chi, unterrichtet. Eine ähnliche Ausbildung hat auch Adkins ("Undisputed" 2-4, "Doctor Strange", "The Expendables 2"), der den schwarzen Gürtel in Taekwando besitzt und darüber hinaus viele Jahre Kickboxer war.

Question & Answer mit Scott Adkins und Mark Strange zu "Ip Man 4: The Finale"

"Ip Man 4: The Finale" reißt mit erstklassig choreografierten Kampfsequenzen mit

US-Marine-Sergeant Barton Geddes (Scott Adkins) ist Ip Mans rassistischer, brutaler und zugleich starker Gegner.
US-Marine-Sergeant Barton Geddes (Scott Adkins) ist Ip Mans rassistischer, brutaler und zugleich starker Gegner.  © PR/Copyright Koch Films

All diese Erfahrung können diese beiden in der Szene sehr bekannten Darsteller hier perfekt einbringen. Adkins spielt dabei einen extrem starken Bösewicht, der ein würdiger Gegner für Ip Man ist.

Wenn der Meister seine trommelnden Schläge, die so schnell wie Kugeln aus einer Maschinenpistole zu sein scheinen, loslässt, Attacken seiner Gegner blockt, im Matrix-Style ausweicht und mit eigenen Angriffen kontert, ist das großes und fesselndes Genrekino!

Auch die anderen Schauspieler demonstrieren ihre (Kampfsport-) Fähigkeiten eindrucksvoll. Gut ist dabei erneut die Entscheidung, dass die Fights nicht nur stumpfsinnige Action bieten, sondern Tiefe haben.

Es geht unter anderem um das (sportliche) Kräftemessen untereinander, Strategie, den puren Siegeswillen, Durchhaltevermögen und die Ehre einer Nation!

Yip gelingt es, dieses große Ganze immer im Blick zu behalten und die überragend und abwechslungsreich choreografierten Action-Szenen mit viel Dynamik einzufangen.

Daran hat auch die starke Kameraführung entscheidenden Anteil, weil es dem Verantwortlichen Siu-Keung Cheng immer wieder gelingt, eingängige ästhetische Bilder zu erschaffen, durch die sich der Film fließend und mit Genuss gucken lässt.

Ip Man (vorne-oben; Donnie Yen) macht in dieser Szene mit seinem Gegner vor malerischer Chinatown-Kulisse kurzen Prozess.
Ip Man (vorne-oben; Donnie Yen) macht in dieser Szene mit seinem Gegner vor malerischer Chinatown-Kulisse kurzen Prozess.  © PR/Copyright Koch Films

"Ip Man 4: The Finale" pulverisierte am Box Office sogar "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers"

Der frühere US-Marine Chris Collins, der Martial-Arts-Schulen in Hongkong leitet, spielt Geddes' rechte Hand Colin Frater und steht für fette Action in den Kämpfen!
Der frühere US-Marine Chris Collins, der Martial-Arts-Schulen in Hongkong leitet, spielt Geddes' rechte Hand Colin Frater und steht für fette Action in den Kämpfen!  © PR/Copyright Koch Films

Das großartige Setdesign trägt in Verbindung mit den vielfältigen Locations ebenfalls zur visuellen Abwechslung bei.

Der brachiale Sound ist dem Genre ebenfalls angemessen und auch die Musikuntermalung setzt an den richtigen Stellen ihre Akzente.

Dennoch hätte man sich an einigen Stellen etwas weniger simple Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Figuren gewünscht. So wird Adkins Charakter als wahres Monster ohne einen einzigen positiven Aspekt dargestellt.

Darüber hinaus wirkt die chinesische Weltsicht auf einige Dinge aus westeuropäischer Sicht teilweise befremdlich.

Wenn man allerdings darüber hinwegsehen kann, wird man mit "Ip Man 4" viel Spaß haben, weil es dank Yen einige zutiefst bewegende Momente gibt, in denen der Film seine ganze narrative Klasse zeigt.

In China war er übrigens ein Riesenhit und stellte mit Einnahmen von umgerechnet mehr als 46 Millionen US-Dollar am Startwochenende (!) sogar den zeitgleich in die Kinos kommenden "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" meilenweit in den Schatten.

Insgesamt spielte der Film in China mehr als satte 165 Millionen US-Dollar ein und hat damit sein Budget von kolportierten 52 Millionen US-Dollar schon locker wieder reingeholt. Somit ist "Ip Man 4: The Finale" also ein finanzieller Erfolg, ein richtig starker Genrestreifen und zudem auch noch ein würdiger Abschluss dieser großen Martial-Arts-Saga.

Titelfoto: PR/Copyright Koch Films

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