Fußballer erfährt aus Zeitungsartikeln, dass er tot ist

Dublin - Fernando Nuno La Fuente ist ein Fußballer, der für den irischen Drittligist Ballybrack FC gespielt hat. Vor einigen Wochen verließ er den Club und kehrte zurück in seine Heimat Spanien.

Auch vor dem Spiel der Liffey Wanderers wurde eine Schweigeminute für den "Toten" eingelegt.
Auch vor dem Spiel der Liffey Wanderers wurde eine Schweigeminute für den "Toten" eingelegt.  © Screenshot Facebook/Liffey Wanderers FC

Zu seiner großen Überraschung bekam er Anfang dieser Woche Anrufe ehemaliger Mitspieler, die ihm sagten, er sei jetzt berühmt und schickten ihm Zeitungsartikel und Web-Links, in denen darüber berichtet wurde, dass er nach dem Training bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen sei.

Dabei war er quicklebendig. Was war geschehen? Die Verantwortlichen seines Ex-Vereins hatten die moralisch mehr als fragwürdige Idee, dem Verband mitzuteilen, dass der Spieler bei einem Unfall gestorben sei, wie mehrere britische Medien übereinstimmend berichten.

Diese Ausrede sollen sie erfunden haben, weil sie für das nächste Ligaspiel nicht genügend Spieler zusammen bekamen. Der Verband sagte aufgrund des Trauerfalls das Spiel auch prompt ab. Bei anderen Partien wurde für den "Verstorbenen" eine Trauerminute eingelegt.

Spieler, Funktionäre und Trainer der ganzen Liga erklärten ihre Anteilnahme über den schrecklichen Unfall. Als allerdings der Vorsitzende der Fußballliga bei Ballybrack FC anrief, um sich nach der Trauerfeier zu erkundigen, um dort zu kondolieren, wurde ihm erklärt, dass der Tote bereits nach Spanien geflogen wurde. Das machte den Vorsitzenden David Moran stutzig.

Um eine Spielabsage zu erreichen, erfand ein irischer Drittligist den Tod eines Spielers.
Um eine Spielabsage zu erreichen, erfand ein irischer Drittligist den Tod eines Spielers.  © 123RF

Fernando Nuno La Fuente war am Freitag gestorben und kaum 24 Stunden später sei die Leiche nach Spanien überstellt worden, "Da schrillten bei uns die Alarmglocken", erklärte er gegenüber eines Radiosenders.

Beim nächsten Anruf gab es vom Verein gar keine Information mehr, woraufhin die Liga-Verantwortlichen selbst recherchierten und in Krankenhäusern anriefen. Doch nirgendwo war etwas von einem tödlichen Motorradunfall bekannt.

Als dann noch ein Teamkollege in sozialen Medien schrieb, dass La Fuente vor vier Wochen äußerst lebendig nach Spanien zurückgekehrt sei, flog der Schwindel endgültig auf. Gegenüber eines spanischen Radiosenders bestätigte der Spieler diese Erkenntnis noch mal: "Im Grunde bin ich nicht tot."

Der Verein entschuldigte sich inzwischen bei dem Spieler und veröffentlichte bei Facebook eine Erklärung, in der von einer schlimmen Fehlentscheidung die Rede ist. Der Verantwortliche für die Todesmeldung wurde von allen Funktionen im Verein freigestellt.

Titelfoto: 123RF


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