Über 1000 Menschen gedenken an Opfer des Völkermords durch IS

Stuttgart - Mit einer Gedenkveranstaltung in Stuttgart ist am Samstag an die Ermordung, Verschleppung und Vertreibung vieler tausend Jesiden durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erinnert worden.

Tausdende gedenken in Stuttgart den Opfern des Genozids durch den IS. (Symbolbild)
Tausdende gedenken in Stuttgart den Opfern des Genozids durch den IS. (Symbolbild)  © dpa/Maja Hitij

Zum fünften Jahrestag des Genozids nahmen nach Angaben des Staatsministeriums rund 1500 Gäste an der Gedenkstunde teil, darunter Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, die von IS-Kämpfern selbst gefangen gehalten worden war und seither gegen die Versklavung und Verschleppung von Jesidinnen kämpft.

Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sowie der Vorsitzende des Zentralrates der Jesiden in Deutschland, Irfan Ortac, waren zugegen.

Murad appellierte an die Welt, die Region im Sindschar-Gebirge, in der die Jesiden vor dem Völkermord gewohnt hatten, wieder aufzubauen. Ortac sprach von einem fortlaufenden Genozid, der nicht in Vergessenheit geraten dürfe.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass Verbrecher ungeschoren davonkommen", unterstrich auch Staatsministerin Theresa Schopper: "Heute ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag des Überlebens und der Verantwortung", sagte sie.

Das Land erhielt auf der Veranstaltung den Ehrenpreis des Zentralrates: Baden-Württemberg hat seit 2015 etwa 1100 Frauen und Kinder aufgenommen, die in IS-Gefangenschaft waren - darunter auch Murad.

Die Dschihadisten hatten im August 2014 im Nordirak mehr als 10.000 Jesiden im Sindschar-Gebirge eingekesselt. Tausende Frauen und Kinder der religiösen Minderheit waren gefangen genommen und versklavt worden, Tausende Männer wurden getötet.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte unlängst angeregt, dass auch der Bund ein Sonderkontingent für die Aufnahme von jesidischen IS-Opfern auflegt.

Dafür stelle das Bundesland gerne seine Expertise, Erfahrung und Kontakte zur Verfügung.

Titelfoto: dpa/Maja Hitij

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