Terror-Gefahr? Wieder IS-Rückkehrerin bei Einreise nach Deutschland festgenommen

Frankfurt am Main/Berlin - Eine mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist am Dienstagabend mit einem Flug aus der Türkei in Frankfurt gelandet.

Direkt nach der Landung in Frankfurt wurde die Frau von der Polizei festgenommen (Symbolbild).
Direkt nach der Landung in Frankfurt wurde die Frau von der Polizei festgenommen (Symbolbild).  © Montage: 123RF/Chinnasorn Pangcharoen, dpa/Uwe Ans

Die 30 Jahre alte Frau traf an Bord einer Turkish Airlines Maschine mit vier Kindern am Flughafen Frankfurt ein, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte.

Die Frau wurde unmittelbar bei ihrer Ankunft in Frankfurt festgenommen. Gegen sie lag den Angaben zufolge ein Haftbefehl aus Niedersachsen vor wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Mitarbeiter des Jugendamtes nahmen die Kinder in Obhut.

Die mutmaßliche IS-Rückkehrerin mit deutscher und syrischer Staatsangehörigkeit soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor der Ausreise nach Syrien in Niedersachsen gelebt haben.

Angesichts der Rückkehr mutmaßlicher IS-Anhängerinnen mit Kindern hatte die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sich am Wochenende dafür ausgesprochen, Eltern auch strafrechtlich in Verantwortung zu nehmen, wenn sie ihre Kinder von Deutschland aus in Gebiete der Terrormiliz IS gebracht haben.

Bereits zwei IS-Rückkehrerinnen im November in Frankfurt gelandet

Die Rückkehr deutscher Frauen aus den ehemaligen IS-Gebieten beschäftigt schon seit Längerem die Sicherheitsbehörden (Symbolbild).
Die Rückkehr deutscher Frauen aus den ehemaligen IS-Gebieten beschäftigt schon seit Längerem die Sicherheitsbehörden (Symbolbild).  © Gabriel Chaim/AP/dpa

"Wer sein Kind in einer religiös extremistischen Art und Weise erzieht, wer es bewusst gesundheitlichen Gefahren in Konfliktgebieten aussetzt oder wer seine Kinder den Erziehungsmethoden des IS ausliefert, der sollte sich dafür auch strafrechtlich verantworten müssen", sagte die Politikerin.

Bereits im November war eine mutmaßliche IS-Anhängerin mit drei Kindern am Frankfurter Flughafen angekommen. Gegen die aus Mittelhessen stammende IS-Rückkehrerin wird nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat damit gedroht, weitere mutmaßliche IS-Anhänger nach Europa abzuschieben. Im November hatte die Türkei eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie mit Kontakt ins Salafisten-Milieu nach Deutschland abgeschoben sowie zwei Frauen, die sich dem IS angeschlossen haben sollen.

Eine der mutmaßlichen IS-Anhängerinnen war nach ihrer Abschiebung in Deutschland in Untersuchungshaft genommen worden (TAG24 berichtete)

IS-Rückkehrerin war Teil eines "Schwesternnetzwerks"

Update, 10.50 Uhr: Die aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Unterstützerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll Teil eines "Schwesternnetzwerks" gewesen sein. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Mittwoch mit.

Die Frau war am Dienstagabend auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Die 30 Jahre alte Deutsch-Syrerin soll 2014 aus Niedersachsen nach Syrien gereist sein. Von dort soll sie die Ausreise mehrerer Frauen aus Deutschland in das IS-Gebiet organisiert und dort die Heirat mit IS-Kämpfern vermittelt haben.

Die Frau soll im Laufe des Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Celle vorgeführt werden, der entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft kommt.

Titelfoto: Montage: 123RF/Chinnasorn Pangcharoen, dpa/Uwe Ans

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