Diese Tormaschine ist die Hoffnung im Saisonendspurt der TSG Hoffenheim

Sinsheim - An den letzten beiden Spieltagen der Fussball-Bundesliga gab es einen Spieler, der alle anderen in den Schatten stellte und gegnerische Abwehrreihen zur Verzweiflung brachte: Hoffenheims Stürmer Ishak Belfodil.

Ishak Belfodil (rechts im Bild) jubelt mit Teamkollege Ermin Bičakčić über seinen zweiten von drei Treffern gegen den FC Augsburg.
Ishak Belfodil (rechts im Bild) jubelt mit Teamkollege Ermin Bičakčić über seinen zweiten von drei Treffern gegen den FC Augsburg.

Zunächst einmal ein paar nackte Zahlen:

  • Spieltag 27 gegen Bayer 04 Leverkusen (TAG24 berichtete), Endergebnis 4:1, zwei Treffer und eine Vorlage von Belfodil
  • Spieltag 28 gegen den FC Augsburg (TAG24 berichtete), Endergebnis 4:0, drei Treffer und eine Vorlage von Belfodil

Das kann man einfach mal so stehen lassen. Der algerische Nationalspieler befindet sich gerade in Ausnahmeform.

Und das war vor dieser Spielzeit nicht zu erwarten. Denn in der Saison 2017/18 war der 27-Jährige für den SV Werder Bremen im Einsatz und erzielte in 26 Bundesligapartien gerade einmal 4 Treffer für die Werderaner.

Bremen hatte Belfodil für ein Jahr vom belgischen Spitzenclub Standard Lüttich ausgeliehen. Doch im vergangenen Sommer schlug Hoffenheim nach Ende der Leihe zu und verpflichtete den algerischen Nationalspieler für 5,5 Millionen Euro fest.

Der Stürmer wurde nach ersten Bundesliga-Saison beim SV Werder Bremen offenbar bei mehreren Bundesliga-Clubs gehandelt, eine Rückkehr nach Belgien zu Lüttich kam für den Algerier wohl nicht in Frage. Neben dem Interesse der TSG soll vor allem der FC Schalke 04 sich mit einen Wechsel Belfodils beschäftigt haben, schrieb die Rhein-Neckar-Zeitung.

Letztlich setzten sich aber die Hoffenheimer um Trainer Julian Nagelsmann durch, der in dem 27-Jährigen eine sehr gute Ergänzung für seine Spielphilosophie erkannte, die auf hohes Pressing und schnelle Konter ausgelegt ist.

Belfodil mit starker Rückrunde

Ishak Belfodil wechselte zur Saison 2018/19 für 5,5 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten Standard Lüttich zur TSG 1899 Hoffenheim.
Ishak Belfodil wechselte zur Saison 2018/19 für 5,5 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten Standard Lüttich zur TSG 1899 Hoffenheim.

Zu Saisonbeginn stotterte der Motor zwar noch etwas, Belfodil schlug, bei einem Blick auf die Statistik, nicht ein wie eine Bombe, war auch nicht immer gesetzt. In 17 Hinrunden-Spielen wurde er fünf Mal nicht in den Kader berufen und in seinen zwölf Einsätzen spielte er wiederum nur fünf Mal über die vollen 90 Minuten.

Doch zu Beginn der Rückrunde platzte dann allmählich der Knoten.

Ein ganz besonderer Moment: der 21. Spieltag. Die Kraichgauer lagen bei Tabellenführer Borussia Dortmund bereits mit 0:3 zurück.

Belfodil wurde in der Halbzeit für Andrej Kramarić eingewechselt. Und der Algerier spielte ganz stark auf, erzielte zwei Tore und schaffte mit seiner Mannschaft tatsächlich noch ein 3:3-Unentschieden (TAG24 berichtete).

Danach bekam der in Mostaganem im Norden Algeriens geborene Belfodil immer mehr Spielzeit von Nagelsmann und zahlte dies mit starken Leistungen zurück.

In der Rückrunde erzielte er, Stand heute, in elf Spielen neun Tore und bereitete drei weitere vor. In der Bundesliga-Torschützenliste steht er mit insgesamt 13 Treffern auf dem neunten Platz und bildet mit Sturmkollege Kramarić (15 Treffer, Platz 5) ein brandgefährliches Duo.

Bald-Coach Alfred Schreuder darf sich freuen

Ist sich auch nicht zu schade, Defensivarbeit für das Pressingspiel der Hoffenheimer zu erledigen: Ishak Belfodil (grätschend).
Ist sich auch nicht zu schade, Defensivarbeit für das Pressingspiel der Hoffenheimer zu erledigen: Ishak Belfodil (grätschend).  © DPA

Ab und an handelt der 27-Jährige vor dem Tor zwar etwas zu eigensinnig, wie beispielsweise am vergangenen Spieltag in Augsburg. In der ein oder anderen Situation hätte er eher seine besser postierten Mitspieler bedienen sollen, als selbst abzuschließen.

Doch Coach Nagelsmann ließ seinen Stürmer gewähren, vor allem, da er ihn diesbezüglich gar nicht mehr ansprechen musste.

"Das haben die Jungs gemacht", so der Coach gegenüber Sky. "Wenn die Spieler ein eigenes Regulativ haben, ist das sehr positiv."

Was danach passierte, ist bekannt. Belfodil traf in der zweiten Halbzeit die richtigen Entscheidungen und erzielte einen lupenreinen Hattrick gegen die Augsburger. Folgerichtig wurde er, wie schon nach dem Spiel gegen Leverkusen, in die Sportschau-Elf des Spieltags gewählt.

Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen bezeichnete vor kurzem den Brasilianer Joelinton, der derzeit wegen eines Syndesmoserisses verletzt fehlt (TAG24 berichtete), als "eine der größten Entdeckungen dieser Bundesliga-Saison". Ishak Belfodil dürfte dem jedoch in nichts nachstehen.

Doch sollte Hoffenheims Nummer 19 weiter so effektiv knipsen, wird der neue TSG-Coach Alfred Schreuder sowieso kein Interesse daran haben, Belfodil zu verkaufen. Der Vertrag des Algeriers läuft noch bis Juni 2022.

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