Proteststurm gegen Buchautor, der deutsche Moscheen kritisiert

Seit Mittwoch von null auf Platz 1: Constantin Schreibers (37) Sachbuch "Inside Islam".
Seit Mittwoch von null auf Platz 1: Constantin Schreibers (37) Sachbuch "Inside Islam".  © DPA

Berlin - Er kritisierte die religiöse Praxis in deutschen Moscheen - jetzt steht er selbst in der Kritik: TV-Moderator Constantin Schreiber (37).

Seit Mittwoch hat der Deutsche ein Bestseller im Buchhandel! Sein Werk "Inside Islam - was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird" kletterte just von NULL auf Platz 1!

Für seinen Bestseller hat der Journalist 13 deutsche Moscheen in verschiedenen Städten (darunter Leipzig, Hamburg oder Berlin) besucht und seine Erlebnisse niedergeschrieben (TAG24 berichtete).

Jetzt steht der Autor in heftiger Kritik - Vorwurf: "unwissenschaftliche Arbeit", Verunglimpfung des Islams, einseitige Betrachtung der Religion etc.

Warum derart viel Kritik für das Buch? Schließlich ist Schneider über jeden Verdacht erhaben, ein Feind der Muslime zu sein. Er selbst ist teilweise in Syrien aufgewachsen, spricht perfekt Arabisch. In Ägypten moderierte er sogar eine kleine TV-Show.

Zurück in Deutschland leitete er bei NTV durch die TV-Sendung: "Marhaba - Ankommen in Deutschland", für die er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Derzeit läuft in der ARD seine dreiteilige Dokumentation Der Moscheen-Report.

"Der Moscheen-Report" läuft in drei Teilen bei der ARD. Weitere Episoden: 24. April und 22. Mai, 21.15 Uhr.
"Der Moscheen-Report" läuft in drei Teilen bei der ARD. Weitere Episoden: 24. April und 22. Mai, 21.15 Uhr.  © ARD

Dienstagabend war Schreiber zu Gast bei "Lanz" im ZDF und wurde kühl empfangen. Markus Lanz nennt das Buch "anklagend und plakativ". Schließlich seien Besuche in 13 Moscheen doch "nicht repräsentativ".

Schreiber entgegnet, dass es zumindest 15 Moscheen waren, in denen er Veranstaltungen besuchte. Außerdem sollte es auch keine Studie sein, sondern "Es sind Erlebnisse! Ich berichte persönlich Erlebtes!"

Seine Hauptkritik richtet sich im Buch gegen die Aussagen der Imame: "Da wurde gegen Juden, Armenier und Jesiden gehetzt", so Schreiber im Radio-Interview beim Deutschlandfunk. "Und als ich da tatsächlich die Gelegenheit hatte mit dem Imam – es war ein türkischer Imam – zu sprechen, begründete er das auch noch ganz selbstverständlich: Jesiden seien für ihn Symbole der Barbarei. Kein Mensch auf der Welt solle sich wie ein Jeside verhalten und es solle auch nirgendwo Jesiden geben."

"Mich hat es enttäuscht und erschrocken zurückgelassen. Ich hatte schon erwartet, dass alles auch ein bisschen Bezug nehmen würde auf das reelle Leben der Muslime in Deutschland... Ich habe nicht eine Predigt gehört, die ich ok fand." Schreibers Fazit: Integration klingt in den Moscheen eher wie Bedrohung.

Nach der Veröffentlichung des Buches wurde Schreiber vor allem bei Facebook angefeindet. Er würde verhetzen, spalten und Zwietracht sähen.

Auch Markus Lanz zeigte viel Verständnis für die Kritiker und fragte: "Höre ich da raus, dass sie das so nicht mehr machen würden? Haben sie da zu pauschal reingehauen auf eine Religion - oder ist das der Respekt der Reaktionen, die zurückkam?"

Schreiber antwortet in ruhigem Ton: "Was das Cover betrifft, ja. Was den Inhalt betrifft, nein. Ich stehe dahinter. Ich habe es so erlebt. Ich kann es nicht anders darstellen. Das ist meine Berufsehre! Ich kann es nicht beschönigen!"


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