Islamist sitzt schon im Abschiebe-Flieger und darf trotzdem in Deutschland bleiben

Der Terrorverdächtige saß schon im Flugzeug auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens (Symbolbild).
Der Terrorverdächtige saß schon im Flugzeug auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens (Symbolbild).

Frankfurt am Main - Der Islamist Haykel S. saß Mittwochmorgen schon im Abschiebe-Flieger zurück nach Tunesien. Dann die überraschende Wende. Bundespolizisten holten den Terrorverdächtigen direkt vom Rollfeld des Frankfurter Flughafens aus dem Flugzeug. Warum?

Als am 1. Februar in ganz Hessen eine Anti-Terror-Razzia durchgeführt wird, geht den Beamten auch der Tunesier Haykel S. ins Netz. Vorwurf der Generalstaatsanwaltschaft: Aufbau eines Terrornetzwerkes sowie Vorbereitung eines Anschlags in Deutschland.

Der Islamist wanderte in Untersuchungshaft. Mittwoch sollte der Terrorverdächtige dann in sein Heimatland abgeschoben werden.

Doch wegen der dortigen Menschenrechtslage und weil ihm in Tunesien die Todesstrafe drohe, stellten seine Anwälte einen Eilantrang beim Frankfurter Verwaltungsgericht.

Und tatsächlich wurde die Abschiebung vorerst gestoppt. Kurz vor dem Start der Maschine zogen Bundespolizisten Haykel S. aus dem Abschiebe-Flieger. Für den Tunesier ging es zurück in Untersuchungshaft.

Eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts begründete die äußerst kurzfristige Entscheidung gegenüber hr-info. Da über den Antrag der Islamisten-Anwälte noch nicht entschieden worden sei, habe man die Abschiebung stoppen lassen, so die Sprecherin.

Haykel S. ist weder in Deutschland noch in Tunesien ein unbeschriebenes Blatt. Zeitweise fahndete auch die Staatsanwaltschaft aus dem nordafrikanischen Land wegen Mitgliedschaft in einer Terrorzelle nach ihm.

Seit 2003 lebte er mit kurzer Unterbrechung in der Bundesrepublik, fiel der Polizei in dieser Zeit schon mehrfach auf.


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