Berliner Gefängnisse voll von islamistischen Gefährdern

In Moabit sitzen die meisten Gefährder ein.
In Moabit sitzen die meisten Gefährder ein.  © DPA

Berlin - In Berlins Gefängnissen sitzen immer mehr islamistische Gefährder ein. In zwei Jahren hat sich die Anzahl inzwischen verdoppelt.

Das berichtet die Berliner Zeitung. Waren es Ende November 2015 noch elf gewaltbereite Islamisten, so sind es dieses Jahr bereits 23. Ihnen wird zugetraut Anschläge in Deutschland zu verüben.

Die meisten Gefährder sitzen in Moabit ein. Bei ihrem Haftantritt werden sie getrennt voneinander untergebracht und stehen unter Beobachtung - auch wenn er vor der Entlassung steht. Das gelingt aber nicht immer, wie ein Fall aus der JVA Tegel zeigt. Dort hatte sich ein lybanesischer Häftling während seiner Haftzeit radikalisiert und mit Anschlägen gedroht.

Er wurde in ein anderes Gefängnis verlegt. Wie die Bevölkerung nach seiner Entlassung beschützt werden könne, werde derzeit laut Berliner Zeitung geprüft. Auch eine Abschiebung steht im Raum.

Allein in Berlin werden 80 bis 100 islamistische Gefährder gezählt. Ein Drittel davon besitzen keinen deutschen Pass.

Dennoch findet der Linken-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg, dass die Berliner Gefängnisse trotz der gestiegenen Zahlen auf den radikalen Islamis gut eingestellt und entsprechend reagiere. So wurde zum Beispiel die Angebote zur Deradikalisierung, wie Anti-Gewalttraining erhöht.

"Den Kampf gegen radikalen Islamismus gewinnen wir auf lange Sicht nur in den Köpfen und Herzen“, sagte Schlüsselburg der Zeitung.

Auch wenn sich der ein oder andere während seiner Haftzeit von der Ideologie des Islamistischen Staates (IS) verabschiedet hat, so bliebt dies häufig die Ausnahme. Die meisten Islamisten bleiben auch während ihrer Haftzeit bei ihrer Überzeugung.


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