Ist der Funkturm-Abriss längst beschlossene Sache?

Wilsdruff - Ist das Wettrennen schon gelaufen? Während der Förderverein zum Erhalt des Technischen Denkmals nach Ideen sucht, um den Funkturm von Wilsdruff zu retten, hat der Eigentümer nicht nur die Abrissgenehmigung in der Tasche, sondern verschickt zur Zeit letzte Unterlagen fürs Aus. Dabei winkt ein dicker Batzen Fördergeld.

Sabine Neumann (38) setzt sich im Förderverein Funkturm Wilsdruff für den Erhalt des Mastes ein, der eine wichtige Landmarke ist.
Sabine Neumann (38) setzt sich im Förderverein Funkturm Wilsdruff für den Erhalt des Mastes ein, der eine wichtige Landmarke ist.  © Marko Förster

"Der Rückbau soll noch in diesem Jahr stattfinden", sagt ein Sprecher vom Eigentümer Media Broadcast. Details oder ein genauer Termin stünden noch nicht fest.

Auf jeden Fall aber hätten die zuständigen Behörden die Genehmigung erteilt. Aktuell werden dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ergänzende Papiere zugeschickt, damit der Abriss das letzte Okay erhält.

Ein Widerspruch des Vereins gegen die Abrissgenehmigung war unzulässig. Doch Vorsitzende Sabine Neumann (38) will noch nicht aufgeben: "Bei der Mitgliederversammlung wollen wir Ideen zusammentragen, wie wir weiter vorgehen."

Eine Hoffnung ist, dass der Eigentümer die hohen Auflagen für den Abriss des Mastes nicht erfüllen kann.

Für den Fall des Erhalts winken Fördergelder

Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hat Fördergelder in Aussicht gestellt.
Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hat Fördergelder in Aussicht gestellt.  © DPA/Robert Michael

Für den Fall, dass das Wahrzeichen doch stehen bleibt, sitzt die Initiative an einem Konzept, das Basis für einen Förderantrag beim Land werden soll.

Von dort winken 250 000 Euro. Diese Summe hatte Innenminister Roland Wöller (49, CDU) im Sommer in Aussicht gestellt.

Da war zwar Wahlkampf, aber: "Die Zusagen der Staatsregierung haben nach wie vor Bestand. Auf der Grundlage eines inhaltlich und wirtschaftlich untersetzen Nutzungskonzeptes wäre eine Förderung aus Denkmalschutzmitteln denkbar", so ein Sprecher.

Parallel haben sich die Aktivisten bereits selbst gekümmert. Dem Wilsdruffer Bürgermeister Ralf Rother (47, CDU) zufolge hat der Verein einen Förderantrag bei der Leader-Region „Silbernes Erzgebirge“ eingereicht.

Der Sender Wilsdruff war von 1953 bis 2013 in Betrieb. Neben dem Mast gehört vor allem ein voll ausgestattetes Technikgebäude zur Anlage, das künftig unter anderen Schülern Anschauungsunterricht bieten soll.

Titelfoto: Marko Förster

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