Ist der Traum vom Bernsteinzimmer verbaggert?

Die Wismut fand unter dem geheimnisumwobenen Wasserbehälter keine Schatzhöhle.
Die Wismut fand unter dem geheimnisumwobenen Wasserbehälter keine Schatzhöhle.

Bad Schlema - Darauf hatten Schatzsucher und Hobbyforscher seit Ewigkeiten gewartet: Im Poppenwald bei Wildbach baggerte die Wismut dieser Tage einen riesigen Wasserbehälter aus Beton weg. Darunter, so waren sich einige sicher, liegt der Zugang zu einer Schatzhöhle. Und vielleicht sogar das legendäre Bernsteinzimmer.

Jahrelang war der Poppenwald das Schatzjäger-Revier des Leipziger Detektivs Dietmar Reimann (†2011). Was ihn stets grämte: Die Wismut ließ ihn nie den Hochwasserbehälter untersuchen. „Der steht über dem Lichtschacht eines alten Bergwerkes“, war sich Reimann sicher.

Jetzt endlich wurde der Beton gelüftet und damit der Mythos begraben.

Wismut-Sprecher Frank Wolf: „Es gibt keinerlei Anzeichen von einem Bergwerk. Wir sind auf normal verdichteten Boden und anstehendes Gebirge gestoßen.“ Auch Baggerführer Robby Reichelt, der bis zuletzt ein bisschen auf eine Sensation gehofft hatte, gesteht ein: „Hier ist nichts.“

Um alle Restzweifel auszuräumen, will die Interessengruppe Poppenwald im kommenden Jahr eine Tiefenmessung veranlassen. Jens Müller, Bürgermeister von Bad Schlema: „Wir wünschen uns, dass die Spekulationen aufhören.“

Doch die Schatzsucher konzentrieren sich inzwischen auf zwei andere Bodenverwerfungen im Poppenwald.

Das legendäre Bernsteinzimmer bleibt weiterhin verschollen.
Das legendäre Bernsteinzimmer bleibt weiterhin verschollen.

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Fotos: Wismut GmbH/Thomas Ackermann, dpa


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