Kann dieser Plan das Sachsenbad wiederbeleben?

Ein Blick in das verschlossene Sachsenbad: Decken und Wände sind marode, Graffiti an die Wand gesprüht.
Ein Blick in das verschlossene Sachsenbad: Decken und Wände sind marode, Graffiti an die Wand gesprüht.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Badewannen und Becken im Sachsenbad verkommen, zuletzt stand 1994 Wasser im 25-Meter Becken an der Wurzener Straße in Pieschen. Scheiben sind eingeschlagen, zerfetzte Laken wehen im Wind. Das denkmalgeschützte Gebäude gleicht einer Brache.

Die Initiative Pro Pieschen e. V. träumt von einer Wiedereröffnung.

„Fördermittel für den Denkmalschutz könnten das Bad retten“, hofft Dorothea Becker (50).

Eine Studie der Baugesellschaft Stesad bezifferte die Sanierungskosten zuletzt auf 17 Millionen Euro - das war vor fünf Jahren. Doch Inzwischen ist der Verfall weiter fortgeschritten.

Der Zustand des Bades ist kritisch:

Das Sachsenbad in Pieschen steht seit 1994 leer. Eine Sanierung kostet mindestens 17 Millionen Euro.
Das Sachsenbad in Pieschen steht seit 1994 leer. Eine Sanierung kostet mindestens 17 Millionen Euro.

„Das Betreten des Gebäudes ist aufgrund der erheblichen Sicherheitsrisiken untersagt“, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Ein Mädchen (11) stürzte 2011 bei einem verbotenen Besuch ab und starb.

„Eine Wiedereröffnung würde dem Stadtteil helfen und das soziale Angebot erweitern“, argumentiert Becker. Die Lage sei ideal, Straßenbahnen und Busse direkt vor der Tür. Doch sie vermutet: „Pieschen hat einfach keinen Vorrang."

Seitens der Stadt passiert nichts: „Aufgrund eines fehlenden Beschlusses zur künftigen Nutzung des Grundstückes finden gegenwärtig ausschließlich bauerhaltende Maßnahmen statt.“

Die CDU hatte zuletzt einen Verkauf vorgeschlagen. Dem will Becker zuvorkommen. „Wir gehen auf den neuen Stadtrat und den Bürgermeister zu und hoffen auf einen Fortschritt."

Am Sonntag ist der Tag des offenen Denkmals

Besondere Gebäude, die sonst selten oder gar nicht geöffnet haben, können am Sonntag in Dresden besucht werden. Anlass ist der Tag des offenen Denkmals 2015. Insgesamt 47 denkmalgeschützte Häuser und drei Stadtführungen können besichtigt werden. Einen ausführlichen Rundgang gibt es zum Beispiel in der Yenidze an der Weißeritzstraße.

Um 11, 14 und 16 Uhr führt Tanja Scheffler durch Keller, Kuppel und Gänge. Sie erklärt auch die historische Nutzung als Zigarettenfabrik.

Die Anmeldung hierfür ist bis unter LHelas@dresden.de oder (0351) 488 89 58 erforderlich. Das ausführliche Programm mit allen Häusern und Programmpunkten findet Ihr unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de

Diese alten Badewannen (re.) stehen weiterhin im denkmalgeschützten Sachsenbad, wurden für Moorpackungen genutzt.
Diese alten Badewannen (re.) stehen weiterhin im denkmalgeschützten Sachsenbad, wurden für Moorpackungen genutzt.
Dorothea Becker (50) engagiert sich beim Verein Pro Pieschen e. V. und der Initiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad".
Dorothea Becker (50) engagiert sich beim Verein Pro Pieschen e. V. und der Initiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad".

Foto: Steffen Füssel, Ingo Bornemann/lostareas.de


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