Mehrstöckiges Wohnhaus stürzt in sich zusammen: Bisher drei Tote, Stimmen aus dem Schutt!

Istanbul (Türkei) - Beim Einsturz eines mehrstöckigen Wohnhauses in Istanbul sind mindestens drei Menschen getötet worden. Das bestätigte der Gouverneur der Provinz Istanbul, Ali Yerlikaya, am Donnerstag bei einer Ortsbegehung.

Ein fünfjähriges Mädchen und ein neunjähriger Junge überleben, aber es könnten noch viele Menschen unter dem Geröll begraben liegen.
Ein fünfjähriges Mädchen und ein neunjähriger Junge überleben, aber es könnten noch viele Menschen unter dem Geröll begraben liegen.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Die Zahl der aus dem Geröll Geretteten stieg am Morgen auf 13, nachdem Retter ein kleines Mädchen befreien konnten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Kind heiße Hava und sei fünf Jahre alt. Dem Sender NTV zufolge mussten die Retter einen großen Zementbrocken entfernen, der direkt über dem Mädchen lag. Anadolu hatte zuvor berichtet, dass unter den Geretteten auch ein neunjähriger Junge sei.

Der Gouverneur forderte die Nachbarn in der Gegend auf, weiter leise zu sein, damit die Retter Hilferufe von Überlebenden hören könnten. Der Minister für Umwelt und Stadtplanung, Murat Kurum, sagte am Morgen: "Wir hören Stimmen unter den Trümmern. So Gott will, werden wir auch diese Bürger retten."

Wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Haus waren, das unterschiedlichen Angaben zufolge sieben oder acht Stockwerke hoch gewesen sein soll, ist nach wie vor unklar.

Anadolu zitierte einen örtlichen Beamten mit der Vermutung "27 bis 30 Menschen" seien daheim gewesen, als es einstürzte.

In Istanbul gehen die Rettungsarbeiten nach dem Einsturz eines Wohnhauses weiter.
In Istanbul gehen die Rettungsarbeiten nach dem Einsturz eines Wohnhauses weiter.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Auf Fernsehbildern waren weinende Angehörige von Vermissten zu sehen. Sie zeigten auch, wie die Polizei einen verstört wirkenden Mann aufhielt, der sagte, seine Kinder seien in dem Haus gewesen.

Das Haus im Stadtteil Kartal auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole war am Mittwochnachmittag in sich zusammengefallen. Was das Unglück ausgelöst hatte, blieb weiter unklar.

Gouverneur Yerlikaya sagte, mittlerweile seien in der Umgebung vorsichtshalber sieben weitere Häuser geräumt worden. Ein zehnstöckiges Gebäude gleich neben dem eingestürzten Wohnhaus sei «in Gefahr». Spezialisten nutzten Laser, um es auf Brüche zu scannen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan folge den Ereignissen aufmerksam, fügte der Gouverneur hinzu. Innenminister Süleyman Soylu und Stadtplanungsminister Kurum seien in der Nacht stundenlang vor Ort gewesen.

Auch Parlamentssprecher Binali Yildirim - Bürgermeisterkandidat für Istanbul bei den Ende März anstehenden Kommunalwahlen - hatte die Unglücksstelle besucht.

Zur Anzahl der Stockwerke des Wohnhauses gab es auch am Donnerstag noch widersprüchliche Angaben. Anadolu berichtete von sieben Etagen, die Zeitung "Daily Sabah" von acht. Drei Stockwerke waren nach Informationen vom Mittwoch offenbar illegal gebaut worden.

Solche Einstürze sind in Istanbul keine Seltenheit. Ursache ist oft die schlechte Bauweise. Aber auch die vielen Erdbeben in der Region wirken sich auf die Stabilität von Bauten aus.


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