Italienische Behörden kassieren Schiff von Berliner Flüchtlingsrettern ein

Bereits sieben Mal war die Hilfsorganisation auf dem Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlinge zu retten.
Bereits sieben Mal war die Hilfsorganisation auf dem Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlinge zu retten.  © IUVENTA Jugend Rettet e.V./dpa

Trapani/Berlin - Die Hilfsorganisation "Jugend rettet" wurde 2015 von Berliner Aktivisten gegründet mit dem Ziel Flüchtlinge auf dem Mittelmeer zu retten und sicher nach Italien zubringen.

Nach eigenen Angeben konnten sie so bereits 6.500 Menschen helfen. Nun muss sich der Verein jedoch schweren Vorwürfen stellen, wie rbb berichtet.

Das Rettungsschiff der Organisation "Iuventa" wurde von italienischen Behörden beschlagnahmt.

Der Verdacht: "Jugend rettet" soll mit Schleppern zusammengearbeitet und somit eine illegale Einwanderung der Flüchtlinge begünstigt haben.

Ein Schock für die Aktivisten, die den Vorwurf zurückweisen. Um alle Spekulationen auszuräumen wollen die Verantwortlichen trotzdem "auf allen Ebenen Informationen sammeln", wie sie auf ihrer Facebook-Seite mitteilten.

Der Verein wurde vor zwei Jahren gegründet und ist in Teltow registriert.
Der Verein wurde vor zwei Jahren gegründet und ist in Teltow registriert.  © DPA

In Italien selbst laufen bereits Ermittlungen, um die Beziehungen zwischen Schleusern und Aktivisten zu überprüfen. Ein möglicher Grund für die Beschlagnahmung könnte eine Aktion von "Jugend rettet" am Anfang der Woche gewesen sein.

Denn die weigerten sich, gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen, einen neuen Verhaltenskodex zu unterschreiben. Daraufhin kündigten die italienischen Behörden bereits Konsequenzen an.

Der Verein hofft jetzt auf klärende Gespräche. "Für uns hat das Retten von Menschenleben auch jetzt noch höchste Priorität, weswegen wir es aktuell sehr bedauern, nicht im Einsatzgebiet sein zu können."

Titelfoto: IUVENTA Jugend Rettet e.V./dpa


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