Zu unattraktiv, um vergewaltigt zu werden! Dieses Urteil macht wütend

Ancona/Italien - Bei einem Prozess wurden zwei Männer vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Die Begründung des Gerichts lautete: Die junge Frau sehe "zu männlich" aus, als dass es zu einer Vergewaltigung hätte kommen können. Dieses Urteil ist für einige nicht zu verstehen - es kommt zu Protesten!

Freispruch, weil das mutmaßliche Opfer "zu männlich" - und damit unattraktiv - aussehen würde, um es zu vergewaltigen,
Freispruch, weil das mutmaßliche Opfer "zu männlich" - und damit unattraktiv - aussehen würde, um es zu vergewaltigen,  © 123RF

Nach diesem Urteilsspruch protestierten 150-200 Personen vor einem Berufungsgericht in der italienischen Stadt Ancona und riefen laut "Schande!". Über den Fall berichtet unter anderem die >> italienische Huffington Post.

Das mutmaßliche Opfer würde "zu männlich" - und damit unattraktiv - aussehen, um ein "Anziehungspunkt" für eine sexuelle Tat zu sein.

Die Urteilsbegründung aus dem Jahr 2017 wurde erst am vergangenen Freitag bekannt, als das höchste Berufungsgericht Italiens das Urteil der Vorinstanz aufhob und nun ein erneutes Verfahren anordnete!

2015 hatte die Peruanerin die mutmaßliche Vergewaltigung angezeigt. Im Krankenhaus erklärte sie, von einem 24-Jährigen missbraucht worden zu sein. Der andere Beteiligte hätte "Wache gestanden". Sie wäre unter Drogen gesetzt worden.

Die beiden Männer standen bereits 2016 vor Gericht in erster Instanz wegen Vergewaltigung einer peruanischen Frau (zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat war sie 22 Jahre alt, ihr Name wurde nach italienischem Recht nicht publik gemacht) - und erhielten eine Strafe zu drei und fünf Jahren Gefängnis. Das Berufungsgericht in Ancona allerdings hob das Urteil aber im Jahr darauf auf.

Der Fall wird nun erneut von einem Gericht in Perugia geprüft.
Der Fall wird nun erneut von einem Gericht in Perugia geprüft.  © DPA

Die Begründung des Gerichts hatte es in sich!

In einer Passage ist zu lesen: Die Geschichte der Frau sei nicht glaubwürdig genug, da sie einem Mann ähnele und daher unansehnlich war - kurz: Sie sei zu hässlich, um vergewaltigt worden zu sein.

Angeblich haben die drei Richterinnen ihre Schlussfolgerungen aus einem Foto der Frau gezogen.

Außerdem habe der Angeklagte das mutmaßliche Opfer unter dem Namen "Nina Vikingo" (Wikinger) in seinem Handy abgespeichert. Das sei ebenso ein Indiz, dass "kein sexuelles Interesse" an ihr bestanden habe.

Der Fall wird jetzt erneut von einem Gericht in Perugia geprüft.

Laut >> "La Stampa" erklärt der Anwalt der Frau, dass tatsächlich verabreichte Drogen im Spiel waren, auch Ärzte belegen, dass ihre Verletzungen mit einer Vergewaltigung übereinstimmten und dass es einen hohen Gehalt an Benzodiazepinen (K.o.-Tropfen) in ihrem Blut gegeben habe.

Molinaro, ihr jetziger Anwalt, berichtet, die Frau sei nach Peru zurückgezogen, nachdem sie von der Gemeinde in Ancona geächtet worden war, weil sie die Männer angezeigt hatte. Luisa Rizzitelli, eine Sprecherin des Frauen-Netzwerks, die den Protest organisierte, verurteilte die einstige Entscheidung der Richterinnen als "mittelalterlich".

"Das Schlimmste ist die kulturelle Botschaft von drei Richterinnen, die diese beiden Männer freigesprochen haben, weil sie entschieden hatten, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie jemanden vergewaltigen wollen, der männlich aussieht.", sagte Rizzitelli.

Titelfoto: 123RF

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