Mit 128 Stichen Partner getötet: Schizophrener wird in Klinik eingewiesen

Itzehoe - 128 mal stach er zu. Im vergangenen August tötete ein Mann in Horst seinen Partner. Nun hat in das Landgericht Itzehoe in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Das Verfahren wurde vor dem Landgericht Itzehoe geführt.
Das Verfahren wurde vor dem Landgericht Itzehoe geführt.  © DPA

Der 29-Jährige aus Moorreger leidet unter Schizophrenie und ist schuldfähig, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Am 3. August 2018 tötete er nicht nur seinen Partner, sondern verletzte sich auch selbst lebensgefährlich. Richterin Isabel Hildebrandt traue dem Mann "weitere erhebliche Taten" zu.

Das Gericht stützte sich dabei auf ein Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen. "Er selbst hält sich nicht für krank", sagte sie, die den Mann zweimal nach der Tat untersuchen konnte.

Bereits 2011, als der Täter in einer Psychiatrie stationär behandelt worden war, wurde eine paranoide Schizophrenie festgestellt worden.

Nur ein Jahr später lernte er seinen späteren Partner über das Internet kennen und fixierte sich völlig auf ihn. Andere soziale Kontakte habe er nicht mehr gehabt.

2017 kam es bei dem 29-Jährigen zu einem Rückfall, eine weitere Behandlung folgte. Um seine Angstzustände zu bekämpfen, habe er zu Drogen gegriffen. Er habe sich jedoch verfolgt gefühlt und Stimmen gehört, die ihm einredeten, sein Freund gehe fremd.

Der Täter wollte einen Notarzt nicht in die Wohnung lassen. (Symbolfoto)
Der Täter wollte einen Notarzt nicht in die Wohnung lassen. (Symbolfoto)  © DPA

Diese Stimmen hätten ihm, laut Psychiaterin, auch befohlen, seinen Partner zu töten. „Die psychiatrische Erkrankung stand in engem kausalen Zusammenhang mit der Tat", erklärt sie.

Vor Gericht und bei der Polizei hat der Täter selbst geschwiegen. Nach der Tötung seines Freundes hatte sich der 29-Jährige einen Nervenkrieg mit den Beamten geliefert. Mit einem Messer bewaffnet stand er ihnen gegenüber.

Das Gericht hörte in der Verhandlung einen Mitschnitt des Einsatzes ab. Ein Beamter versuchte minutenlang auf den Täter einzureden, sich zu ergeben und einem Notarzt den Zutritt zu der Wohnung zu ermöglichen.

Der verwirrte Mann lehnte ab, aus seiner Sicht seien die Polizisten nicht echt gewesen. Er würde nur echte Polizisten hereinlassen und auch nur, wenn sie ihm in den Kopf schießen würden.

Kurz vor der Urteilsverkündung, als ihm das letzte Wort erteilt wurde, redete der Mann erstmals in dem Verfahren. "Es tut mir leid, was ich getan habe. Leider kann ich das nicht mehr rückgängig machen", sagte er mit klarem Verstand.

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