Alaa al-Bakr kündigt Rache für Tod seines Bruders Dschaber an

Al-Bakr war am Montag in Leipzig von Landsleuten überwältigt und der Polizei übergeben worden. 
Al-Bakr war am Montag in Leipzig von Landsleuten überwältigt und der Polizei übergeben worden. 

Berlin / Chemnitz/Leipzig - Alaa al-Bakr (30) ist der Bruder des Chemnitzer Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr (22). Er hat dem Sender Deutsche Welle ein Interview gegeben, in dem er über seinen toten Bruder spricht. 

Demnach ist Dschaber für seine Familie ein Märtyrer. Und als Araber müsse Alaa den Tod seines Bruders rächen.

Der Sender hat einen zweieinhalbminütigen Beitrag veröffentlicht, in dem Alla al-Bakr auf einem Handydisplay zu sehen ist und mit dem Redakteur redet.

Dabei erklärt er, dass sein Bruder weder Kontakt zum IS noch Terrorpläne gehabt hätte. Beides halte er für ausgeschlossen. 

Zwar hätten Imame in Berlin versucht, seinen Bruder zu radikalisieren, doch damit waren sie erfolglos. "Hätten sie Erfolg gehabt wäre er nach Syrien geflohen und nicht zurückgekehrt.

Wenn er ein radikaler Muslim gewesen wäre, dann hätte sich sein Bruder nicht das Leben genommen, dies täten radikale Muslime nicht: "Sich umzubringen ist im Islam eine große Sünde."

Weiterhin beschuldigt er die deutsche Polizei, für Dschabers Tod verantwortlich zu sein: "Die deutsche Polizei hat ihn getötet." Deshalb wolle er die sächsische Polizei verklagen.

Auf die Frage, was er zu den drei Syrern sage, die seinen Bruder gefangen und der Polizei übergeben hatten, antwortet er: "Als Araber ist meine Reaktion Rache." 

Auf Nachfrage des Reporters, was er damit meine antwortet er laut Deutscher Welle: "Du verstehst schon. Ich habe nichts weiter dazu zu sagen. Ich werde als Flüchtling kommen."

Diese Aussage ist im veröffentlichten Toninterview nicht zu sehen, wurde aber von der Deutschen Welle im dazugehörigen Artikel so übersetzt.

Al-Bakr hat sich in der Nacht zu Donnerstag in seiner Zelle erhängt.
Al-Bakr hat sich in der Nacht zu Donnerstag in seiner Zelle erhängt.  © Ralph Köhler