Luchs gefangen und getötet: So lautet das Urteil für den Jäger

Cham - Ein Jäger aus der Oberpfalz steht im Verdacht, einen Luchs gefangen und getötet zu haben. Der Jäger könnte für mehrere Vorfälle dieser Art verantwortlich sein.

Der Angeklagte (r) sitzt im Verhandlungssaal des Amtsgerichts in Cham
Der Angeklagte (r) sitzt im Verhandlungssaal des Amtsgerichts in Cham  © Armin Weigel/dpa

Seit Donnerstag muss sich ein Mann vor dem Amtsgericht Cham wegen "Wilderei einer streng geschützten Tierart" verantwortlich zeigen.

Er soll zwischen Sommer 2014 und Ende 2016 eine Luchsfalle in seinem Revier platziert und zweimal scharf gestellt haben, wie ein Gerichtssprecher gegenüber der dpa mitgeteilt hat.

Nicht nur das, ihm wird zur Last gelegt, einen Luchs in der Lebendfalle gefangen und dann erschossen zu haben.

Die Polizei wurde in diesem Zeitraum schon eimal auf den Angeklagten aufmerksam. Er war den Angaben nach bereits 2015 im Zusammenhang mit gefundenen abgetrennten Luchspfoten ins Visier der Ermittler geraten.

Jedoch habe sich der Verdacht nicht erhärtet, so der Sprecher. Zunächst ist nur ein Verhandlungstag angesetzt.

Bedauerliche Tatsache: Im Bayerischen Wald gab es in den letzten Jahren immer wieder Vorfälle illegaler Luchstötungen. Naturschutzverbände fordern entsprechend vom Freistaat Bayern einen sogenannten "Aktionsplan Wilderei".

Am Mittwoch bereits haben der Bayerische Jagdverband, der Landesbund für Vogelschutz und der WWF Deutschland in Regensburg eine gemeinsame Erklärung gegen Wilderei und Artenschutzkriminalität unterzeichnet.

Udape Prozess um Luchs-Wilderei: Jäger zu Geldstrafe verurteilt

Der Luchs gehört zu einer streng geschützten Tierart.
Der Luchs gehört zu einer streng geschützten Tierart.  © Andreas Arnold/dpa

Im Prozess um eine Luchs-Wilderei im Bayerischen Wald ist ein Jäger vom Amtsgericht Cham zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichtes fing der Mann in seinem Revier in einer Falle einen Luchs und tötete ihn.

Richter Andreas Lecker verurteilte ihn wegen eines Vergehens nach dem Bundesnaturschutzgesetz und zudem wegen Besitzes eines verbotenen Nachtsichtgerätes.

Der Jäger hatte die Vorwürfe am Donnerstag bestritten und ausgesagt, es habe sich nur um eine Fuchsfalle seines Vaters gehandelt.

Ein Zeuge dagegen schilderte ausführlich, wie der Jäger ihm von Wildereien berichtet habe.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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