Jagte ein Wolf sieben Kühe in den Tod?

„Befreundete Jäger haben mir bestätigt, dass in unserer Region ein Wolf unterwegs ist."
„Befreundete Jäger haben mir bestätigt, dass in unserer Region ein Wolf unterwegs ist."

Von Ronny Licht

Annaberg-Buchholz - Es war ihre erste Nacht im Freien - für sieben Kühe endete sie mit dem Tod. Jetzt gibt es Streit, was das Kuh-Massaker am 29. April auf der Strecke der Erzgebirgsbahn zwischen Flöha und Annaberg-Buchholz auslöste. War es ein Wolf?

Fest steht: Die „Bauernland AG“ aus Großolbersdorf, der die Kühe gehörten, trifft keine Schuld. Anett Bochmann, Sprecherin der Bundespolizei in Chemnitz: „Die Koppel befand sich in einem einwandfreien Zustand. Auch Futter und Wasser war ausreichend zur Verfügung.“ Doch was versetzte die Herde in Panik?

Vor Ort wurden frische Spuren gesichert, die auf eine Rotte Wildschweine hindeuteten. Das sieht auch die Bundespolizei als vermutliche Ursache für die Panik der Kühe. Bauernland-Chef Matthias Espig (59) glaubt aber an einen anderen Grund: „Befreundete Jäger haben mir bestätigt, dass in unserer Region ein Wolf unterwegs ist. Wir vermuten jetzt, dass er die Herde aufgeschreckt hat.“ Den Vierbeinern wurde der sprichwörtliche Herdentrieb zum Verhängnis: „Wenn keine erfahrene Leit-Kuh dabei ist, rennen alle panisch los. Das war hier leider so.“

In der Bahn selber wurde bei dem Crash mit der Herde niemand verletzt. Den Sachschaden von rund 15.000 Euro trägt die Haftpflichtversicherung der „Bauernland AG“.

Fotos: Bernd März


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