"Verräter"-Jahn erschrocken über PEGIDA-Bachmann

René Jahn (50) war zu Gast bei Maischberger.
René Jahn (50) war zu Gast bei Maischberger.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Daraus wird wohl nie wieder eine Freundschaft: PEGIDA-Mitbegründer René Jahn (50) zeigt sich endgültig von Lutz Bachmann (43) enttäuscht. Dieser war am Montag über Jahn hergezogen.

„Das ist ein Schlag für mich“, sagte Jahn jetzt zu MOPO24. „Diese Diffamierung geht gar nicht.“ Hintergrund: Bachmann hatte Jahn nicht nur am Montag vor Tausenden Demonstrationsteilnehmern madig gemacht („Verräter“), via Facebook schrieb er bereits vor wenigen Tagen, Jahn habe „die größte Bürgerbewegung Europas“ auf „schändlichste Art und Weise“ verlassen und verraten.

Darüber hinaus ließ sich Bachmann – ebenfalls via Facebook – über einen Auftritt Jahns in der Sendung "Maischberger" vor einer Woche aus. Zwei Tage zuvor hatte Jahn in einer mdr-Talksendung zum Thema PEGIDA mitgewirkt.

Dazu Jahn wiederum: „Den hat der überregionale Auftritt von mir angekotzt. Kann ja sein. Aber er soll mir meine Meinung lassen. Ich glaube nicht, dass er sich mit den Angriffen gegen mich überall Freunde gemacht hat.“

Lutz Bachmann (43).
Lutz Bachmann (43).

Wörtlich sagte Bachmann am Montag unter Bezugnahme auf Jahn: „Meine Fresse da fragt man sich heutzutage: ,Wem kann man überhaupt noch vertrauen hier.‘ Aber nach diesem Lügenauftritt sollte auch dem Letzten klar geworden sein, wer sich vor fast genau einem Jahr - heute auf den Tag nahezu, kann man sagen - hat kaufen lassen. Aber Freunde, die staatlichen Stellen haben da eine Fehlinvestition gemacht und haben uns nur kurzfristig geschadet.“

PEGIDA sei im Moment stärker denn je, stünde auf festen Beinen.

Unterdessen setzt Jahn auf die dritte Runde der Bürgerversammlung zum Thema Asyl am Donnerstag (19 Uhr). Der inzwischen als moderat geltende PEGIDA-Mitbegründer ist einer der Initiatoren.

Die Runde in der Kreuzkirche ist nicht unumstritten: Dockt sie doch direkt an den „Geist von 1989“ an, als das Gotteshaus Demonstranten gegen den SED-Staat DDR eine sichere Zuflucht bot und überdies – mit anderen Gotteshäusern - einziger Ort während der Friedlichen Revolution für öffentliche Informationsveranstaltungen war.

Beobachter bezweifeln die förderliche Rolle Jahns bei den jetzigen Veranstaltungen. Schließlich sei er, unterstützt von ehemaligen PDS-Mitgliedern, eher Teil des Problems als die Lösung.

Fotos: imago/PR/MAISCHBERGER


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