Dieser DDR-Superflitzer ist reif fürs Museum

Kfz-Mechaniker Jonas Bäßler (24) bei letzten Handgriffen.
Kfz-Mechaniker Jonas Bäßler (24) bei letzten Handgriffen.  © Klaus Jedlicka

Jahnsdorf/Bonn - Flügeltüren, coole Kurven - unglaublich, dass dieser Rennwagen ein waschechtes DDR-Auto ist: Der Melkus RS 1000 wird die Besucher der Ausstellung "Die Deutschen und ihre Autos" ab 3. März im Haus der Geschichte in Bonn zum Staunen bringen.

Die Jahnsdorfer Restaurationswerkstatt von Werner Zinke (48) päppelte das Schmuckstück drei Monate lang auf. "Das Auto stand im Fundus des Technikmuseums Berlin und ist eine echte Rarität", so Zinke, der vom Museum beauftragt wurde. Von dem Sportwagen, den der Dresdner Rennfahrer Heinz Melkus (1928-2005) entwickelte, wurden in den 70er Jahren nur 101 Stück gebaut.

"Dieser war einer der letzten, Nummer 97“, weiß Werner Zinke. Der heiße Schlitten, der mit 75 PS eine Geschwindigkeit von 165 Stundenkilometern erreichte, war am 12. 8. 1977 an einen Wismut-Chef nach Schneeberg ausgeliefert worden. Damals kostete das zweisitzige Sportcoupé 28500 Mark. Wer einen Melkus kaufen wollte, brauchte eine Renn-Lizenz - oder gute Beziehungen zum DDR-Motorsportverband.

In die Jahnsdorfer Werkstatt kam der Renn-Oldie in schlechtem Zustand: Zinke: "Wir haben die verschlissenen Sitze erneuert, Dellen ausgespachtelt und eine silberfarbene Lackierung durch die original blaue ersetzt, die dieser Wagen ursprünglich hatte."

Kfz-Meister Dirk Bäßler (l., 38) und Kfz-Mechaniker Jonas Bäßler (r., 24) am RS 1000.
Kfz-Meister Dirk Bäßler (l., 38) und Kfz-Mechaniker Jonas Bäßler (r., 24) am RS 1000.  © Klaus Jedlicka
Mit Tempo 170 auf der Piste - für den Einsatz im Rennen wurde die Motorleistung des Melkus RS 1000 auf 90 PS gesteigert.
Mit Tempo 170 auf der Piste - für den Einsatz im Rennen wurde die Motorleistung des Melkus RS 1000 auf 90 PS gesteigert.  © Archiv Melkus

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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