Erinnert Ihr euch? Das Jahr 2018 im großen Rückblick für Nordrhein-Westfalen

Köln / Nordrhein-Westfalen - Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und in Nordrhein-Westfalen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten spaßige, verrückte und traurige Momente zugetragen. TAG24 zeigt im Rückblick, was in NRW 2018 alles passiert ist. Lese hier den ersten Teil des NRW-Jahresrückblicks.

Januar: Hochwasser im Rhein

Das Rhein-Hochwasser im Januar 2018 in Köln.
Das Rhein-Hochwasser im Januar 2018 in Köln.  © DPA

8.1. Das Hochwasser am Rhein erreicht seinen Höhepunkt. In Köln wird ein Pegelstand von 8,78 Metern gemessen, in Düsseldorf sind es 8,38 Meter. Die Wassermassen im Januar überfluten ufernahe Straßen, Landungsstege und Wiesen. Die Schifffahrt muss vielerorts eingestellt werden.

9.1. Der "Immerather Dom" am rheinischen Braunkohletagebau Garzweiler liegt in Schutt und Asche. Begleitet von Protesten wird die frühere Kirche abgerissen, um die darunter liegende Kohle zu fördern.

Damit ist die rund 130-jährige Geschichte der mächtigen Basilika vorbei. Für die Menschen in der Region ist die ehemalige St.-Lambertus-Kirche ein Wahrzeichen gewesen.

10.1. Die Essener Tafel nimmt nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass an. Die Hilfsorganisation begründet die Maßnahme mit einem sehr hohen Anteil an Ausländern unter ihren Kunden und löst damit bundesweit eine kontroverse Debatte aus.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich kritisch. Die Tafel hält bis zum 11. April an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer fest.

18.1. Orkantief "Friederike" fegt über Nordrhein-Westfalen hinweg. Die verheerende Bilanz: Drei Tote und etwa 100 Verletzte. Die Bahn stellt landesweit den Zugverkehr ein. In den Wäldern richtet das Unwetter die schlimmsten Schäden seit Orkan "Kyrill" vor elf Jahren an.

Februar: Schlimmes Verbrechen im Ruhrgebiet

Die bewaffneten Geiselnehmer Dieter Degowski (l) und Hans-Jürgen Rösner
Die bewaffneten Geiselnehmer Dieter Degowski (l) und Hans-Jürgen Rösner  © Hartmut Reeh / dpa

14.2. Die Polizei fasst eine Gruppe junger Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren, die im Ruhrgebiet mehrere minderjährige Schülerinnen vergewaltigt haben sollen. Die fünf Tatverdächtigen sollen ihre Opfer jeweils unter einem Vorwand in ein Auto gelockt und anschließend an abgelegenen Orten missbraucht haben.

Im November werden sie zu Jugend- und Haftstrafen bis zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt.

15.2. Fast 30 Jahre nach einem der spektakulärsten Verbrechen der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte ist der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski wieder frei.

Der 61-Jährige darf das Gefängnis im westfälischen Werl verlassen - mit neuer Identität, die ihm nach der Haft ein anonymes Leben erlauben soll. Degowski steht aber noch unter Bewährung.

März: Ed Sheeran wegen Vogel in Düsseldorf nicht Willkommen

Ed Sheeran wollte in Düsseldorf auftreten.
Ed Sheeran wollte in Düsseldorf auftreten.  © DPA

4.3. Der Finanzchef des Energiekonzerns Innogy, Bernhard Günther, wird nach dem Joggen kurz vor seinem Wohnhaus in Haan bei Düsseldorf mit Säure übergossen. Der Säureanschlag kann nicht aufgeklärt werden - Ende September stellt die Wuppertaler Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein.

5.3. Der britische Popstar Ed Sheeran weicht der seltenen Feldlerche aus: Sein mit etwa 80.000 Besuchern ausverkauftes Konzert im Juli wird vom Flugplatz Essen/Mülheim zunächst nach Düsseldorf verlegt.

In Essen ist aufgefallen, dass dort die sensiblen Vögel brüten und noch massenhaft Bomben-Blindgänger im Boden schlummern könnten.

Doch auch in Düsseldorf platzt der Auftritt - Grund ist ein Nein der Lokalpolitiker. Für das Open-Air-Konzert hätten 104 Bäume gefällt werden sollen. Schließlich singt der rothaarige Barde in Gelsenkirchen.

10.3. In einer Scheune im ostwestfälschen Hille findet die Polizei die Leiche eines 30-Jährigen. Damit beginnen die Ermittlungen zu einem grausamen Mordfall mit insgesamt drei toten Männern. Die beiden Deutschen Jörg W. (51) und Kevin R. (24) sollen sie getötet und auf zwei angrenzenden Höfen verscharrt haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden von 2017 bis 2018 zuerst einen Nachbarn (72), dann einen Hilfsarbeiter (64) und später einen Geschäftspartner (30) brutal erschlagen haben. Im September beginnt der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täter.

11.3. Die größten deutschen Stromkonzerne Eon und RWE kündigen überraschend an, ihre Geschäfte aufteilen zu wollen und damit die gesamte Branche umzukrempeln. Die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy soll zerschlagen werden. Am Ende sollen die erneuerbaren Energien von Eon und Innogy bei RWE landen, während Eon Netze und Stromverkauf von Innogy übernimmt.

17.3. Das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne geht mit einem Besucherrekord zu Ende. 111.000 Zuhörer zählen die Organisatoren auf den knapp 200 Veranstaltungen.

25.3. Letzter Vorhang am Millowitsch-Theater: Die Kölner Institution schließt nach mehr als 80 Jahren. Lange hat das Volkstheater vor vollen Rängen und dank Fernsehübertragung in Deutschlands Wohnzimmern gespielt. Doch spätestens seit dem Tod von Willy Millowitsch 1999 hat die Bühne einen langsamen Niedergang erlebt.

April: Amok-Fahrt in Münster

Dutzende Krankenwagen waren bei der Amok-Fahrt in Münster im Einsatz.
Dutzende Krankenwagen waren bei der Amok-Fahrt in Münster im Einsatz.  © DPA

7.4. Ein Mann rast in Münster mit einem Kleintransporter in eine Gruppe von Menschen. Es gibt vier Todesopfer, mehr als 20 Menschen werden verletzt. Anschließend erschießt er sich in dem Wagen selbst. Der 48 Jahre alte Amokfahrer ist laut Polizei ein psychisch labiler Deutscher, der den Tod suchte. Einen terroristischen Hintergrund gibt es nicht.

10.4. Annullierte Flüge, lahmgelegte Straßenbahnen: Der Warnstreik im öffentlichen Dienst beeinträchtigt in Nordrhein-Westfalen den Verkehr am Boden und in der Luft. In vielen Städten bleiben Kitas geschlossen, mancherorts werden Mülltonnen nicht abgeholt. Einige Bäder öffnen ihre Türen nicht.

12.4. Am Wuppertaler Hauptbahnhof greift ein Mann greift sich ein fremdes Kind und springt mit ihm vor den Augen der entsetzten Eltern und Geschwister vor einen einfahrenden Zug. Wie durch ein Wunder kommen beide ohne größere Verletzungen davon. Der Mann wird nach einem Prozess in der Psychiatrie untergebracht.

21.4. In einem Waldstück in Velbert vergewaltigen Jugendliche ein 13 Jahre altes Mädchen. Sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren kommen schließlich vor Gericht und werden zu Jugend- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Zwei weitere mutmaßliche Mittäter hatten sich mit ihren Familien nach Bulgarien abgesetzt und waren dort festgenommen worden. Ihnen soll in einem weiteren Verfahren der Prozess gemacht werden.

Mai: Tornado trifft Viersen

Der Tornado in Viersen am Niederrhein hatte enormen Schaden angerichtet.
Der Tornado in Viersen am Niederrhein hatte enormen Schaden angerichtet.  © DPA

1.5. Bonn ist nicht mehr Goldbärchen-Hauptstadt: Der Süßwarenhersteller Haribo hat seine Hauptverwaltung und den offiziellen Firmensitz aus Bonn in die rund 20 Kilometer entfernte rheinland-pfälzische Gemeinde Grafschaft verlegt. Am Stammsitz fehlte Platz für weiteres Wachstum. Dennoch werden auch in Bonn weiter Lakritze und Goldbärchen produziert.

9.5. In Münster kommen 90.000 Menschen zum Katholikentag zusammen. Die katholische Kirche wertet das fünftägige Laientreffen als Erfolg. Es sei deutlich geworden, dass die Kirche in der Öffentlichkeit präsent sei, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx.

15.5. Unmittelbar vor der drohenden Einberufung eines Untersuchungsausschusses tritt Nordrhein-Westfalens Agrar- und Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) zurück. Für Spott und Kritik hatte ein vermeintlicher Hacker-Angriff auf das TV-Netzwerk im Privathaus der 41-Jährigen gesorgt, der sich später als simpler Bedienungsfehler entpuppte.

16.5. Viersen am Niederrhein übersteht mit viel Glück einen heftigen Tornado. "Die Stadt hat unheimliches Glück gehabt. Es ist weitgehend bei Sachschäden geblieben", sagt ein Stadtsprecher.

Keines der Häuser in der Stadt sei einsturzgefährdet, alle Menschen hätten zu Hause übernachten können. Der Schaden beträgt aber mehrere Millionen Euro.

22.5. Mit einem Geständnis und einer Entschuldigung des Angeklagten beginnt in Hagen der Prozess um die Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena. Der CDU-Politiker Andreas Hollstein war am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss seiner Heimatstadt angegriffen und am Hals verletzt worden.

Am Ende wird der Täter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Hollstein bezeichnet das als "himmelschreiend ungerecht".

Juni: Diesel-Verbot trifft Aachen

Die Polizei hatte die Wohnung des Rizin-Bombers durchsucht.
Die Polizei hatte die Wohnung des Rizin-Bombers durchsucht.  © DPA

4.6. Der Mann mit den größten Füßen der Welt bekommt im Münsterland neue Schuhe. Jeison Rodriguez (22) aus Venezuela trägt Schuhgröße 68 und wird von einem Schuhmacher aus Vreden nahe der niederländischen Grenze mit passendem Schuhwerk ausgestattet.

6.6. Nach vier Jahren Haft ist der Millionenbetrüger und ehemalige Kunstberater Helge Achenbach (66) wieder auf freiem Fuß. Achenbach verlässt das Gefängnis in Moers-Kapellen auf Bewährung. Er war zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden und hat davon zwei Drittel verbüßt.

7.6. Der Agrarchemie-Konzern Bayer ist nun auch offiziell alleiniger Eigentümer des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Die Übernahme sei erfolgreich abgeschlossen worden, teilt Bayer mit. Der Kauf kostet die Leverkusener rund 63 Milliarden Dollar (rund 54 Mrd. Euro).

8.6. Aachen muss nach einem Urteil des örtlichen Verwaltungsgerichts ein Diesel-Fahrverbot vorbereiten. Falls die Stadt und das Land Nordrhein-Westfalen bis zum Ende des Jahres keine gleichwertige Alternative vorlegen, wie Stickstoffdioxid-Grenzwerte eingehalten werden können, müsse zum 1. Januar 2019 ein solches Verbot in Kraft treten.

12.6. Ein 29-jähriger Tunesier wird nach einem Hinweis der CIA in Köln festgenommen. Er soll seit mehreren Wochen biologische Waffen in seiner Wohnung hergestellt haben und bei der Produktion eines tödlichen Gifts weit fortgeschritten sein.

Das BKA spricht von einer "Bio-Bombe". Nach Einschätzung des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen hätte die Bombe Hunderte Menschen töten können.

19.6. Nach massiver Kritik von Juristen und Datenschützern verschiebt der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) das umstrittene neue NRW-Polizeigesetz und will an einigen Punkten nachbessern. "Wir haben von den Sachverständigen viele Anregungen bekommen, die wir in Ruhe anschauen und gründlich auswerten", erklärt er.

28.6. Das Land Nordrhein-Westfalen darf für seine weiblichen und männlichen Polizeibeamten eine Mindestgröße von 1,63 Meter vorschreiben. Das bestätigt das Oberverwaltungsgericht.

30.6. Vor dem Hintergrund von weltweiten Überkapazitäten beim Stahl wollen sich die Konkurrenten Thyssenkrupp und Tata zusammenschließen und gemeinsam den zweitgrößten Stahlkonzern Europas gründen.

Nach über zweijährigen Verhandlungen unterzeichnen beide Unternehmen die Verträge für ein Stahl-Gemeinschaftsunternehmen. Lese morgen den zweiten Teil des großen Jahresrückblicks für Nordrhein-Westfalen bei TAG24.

Titelfoto: DPA


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