15. Jahrestag: Köln gedenkt der Opfer des NSU-Anschlags

Köln – Köln gedenkt am Sonntag (13.00 Uhr) des NSU-Nagelbombenanschlags in der Keupstraße vor 15 Jahren. Das geplante Mahnmal lässt weiter auf sich warten.

OB Henriette Reker (62) möchte sich dafür einsetzen, dass das Mahnmal bald realisiert wird (Archivbild).
OB Henriette Reker (62) möchte sich dafür einsetzen, dass das Mahnmal bald realisiert wird (Archivbild).  © DPA

Geplant sind unter anderem eine Gedenkminute, ein Bühnenprogramm und eine Podiumsdiskussion.

Das Gedenken wird von einem Streit um ein Mahnmal überlagert: Die Anwohner machen die Stadt dafür verantwortlich, dass der Siegerentwurf eines Wettbewerbs immer noch nicht umgesetzt worden ist.

Am vergangenen Donnerstag bekräftigte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (62) ihren Wunsch, das Mahnmal in Köln zu realisieren. Die Anwohner in der Keupstraße seien durch den Anschlag und die anschließenden Ermittlungen gegen sie zweimal Opfer geworden.

Reker bedauert die Verzögerungen und verweist auf Probleme beim ausgewählten Standort für das Mahnmal. Die Oberbürgermeisterin appellierte an alle Beteiligten, an einer zeitnahen Umsetzung mitzuwirken.

Kurz vor dem Jahrestag waren in Köln-Mülheim rechtsextremistische Flugblätter mit Hakenkreuzen verteilt worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen (TAG24 berichtete).

Nagelbomben-Anschlag des NSU im Juni 2004

Bei einem Nagelbomben-Attentat am 9. Juni auf der Keupstraße in Köln-Mülheim waren 22 Menschen verletzt worden (Archivbild).
Bei einem Nagelbomben-Attentat am 9. Juni auf der Keupstraße in Köln-Mülheim waren 22 Menschen verletzt worden (Archivbild).

Am 9. Juni 2004 hatten Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) vor einem Friseursalon in der türkisch geprägten Keupstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe gezündet. 22 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.

Danach ging die Polizei jahrelang davon aus, es mit einer Abrechnung in einem kriminellen türkischen Milieu zu tun zu haben.

In Richtung Rechtsextremismus wurde nicht ermittelt, obwohl der Friseur Özcan Yildirim und viele andere Händler aus der Keupstraße von Anfang an davon überzeugt waren.

Erst sieben Jahre später wurde deutlich, dass der NSU für die Tat verantwortlich war.

Mehr zum Thema Köln Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0