Überragender "Kuba" trifft in Krakauer Pyrohölle

Krakau (Polen) - Er war der Spielentscheider in der Pyrohölle! Wisla Krakaus Kapitän Jakub "Kuba" Blaszczykowski (33) hat seine Mannschaft mit einem Tor und einer Vorlage zum 3:2-Sieg über Stadtrivalen Cracovia Krakau geführt.

Erzielte ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer direkt vor: Wisla Krakaus Kapitän Jakub Blaszczykowski.
Erzielte ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer direkt vor: Wisla Krakaus Kapitän Jakub Blaszczykowski.  © Imago

Während des Spiels vor 28.235 Zuschauern im Stadion Miejski im Henryka Reymana in Krakau brannten Fans ein regelrechtes Feuerwerk auf den Rängen ab.

Vermummte Personen im Auswärtsblock von Cracovia entzündeten dutzende bengalische Fackeln und sorgten für ein Flammenmeer in der Arena.

Das beeindruckte die Spieler von Wisla jedoch überhaupt nicht. Angreifer Krzysztof Drzazga brachte die Hausherren (14. Minute) früh in Führung, die Jan Kolar nach Vorlage von "Kuba" auf 2:0 ausbaute (19.).

Nach der Pause erhöhte Blaszczykowski selbst nach Vorlage des Ex-Kölners Slawomir Peszko sogar noch auf 3:0 (59.).

Kurz vor Schluss, als alles nach einem sicheren Wisla-Sieg aussah, wurde es jedoch nochmal richtig spannend.

Erst traf Cracovias spanischer Mittelstürmer Airam Cabrera zum 1:3 (86.), dann erzielte Filip Piszczek sogar noch das 2:3 (90+4.).

Doch kurz darauf war Schluss und Wisla konnte einen wichtigen Heimdreier feiern. Somit liegt Wisla in der Tabelle nur noch einen Punkt hinter Cracovia auf dem neunten Rang.

Berüchtigtes Derby auch außerhalb der Stadien mit viel Zündstoff

Vermummte Cracovia-Krakau-Anhänger sorgten für ein wahres Fackelmeer im Derby Krakowa.
Vermummte Cracovia-Krakau-Anhänger sorgten für ein wahres Fackelmeer im Derby Krakowa.  © Screenshot/YouTube/Olo Film

Das gab es in der Geschichte nur selten. Denn meist war Wisla die tonangebende Mannschaft der Stadt. Das Derby wird übrigens nicht umsonst als "Święta Wojna" (Heiliger Krieg) bezeichnet und gilt als eines der gefährlichsten Duelle in ganz Europa.

Beide Vereine wurden 1906 gegründet und spielten bereits zwei Jahre später erstmals gegeneinander.

Die nun schon fast ein Jahrhundert andauernde Fehde begann um das Jahr 1920, als Cracovia-Verteidiger Verteidiger Ludwik Gintel gesagt haben soll: "Meine Herren, wir gehen jetzt in den heiligen Krieg."

Seitdem verachten sich die als staatsbefürwortend und politisch rechts orientiert geltenden Wisla-Fans und die von einem jüdischen Arzt gegründeten, eher intellektuell geprägten Anhänger Cracovias.

Zur Brisanz trägt auch die unmittelbare Nähe bei: Die Stadien der Clubs sind lediglich einen Kilometer voneinander entfernt. Dementsprechend geteilt ist die Stadt in Wisla- und Cracovia-Hochburgen.

Die beiden Lager sind Erzfeinde und kämpfen erbittert um die Vormachtstellung. So kontrollieren die rivalisierenden Gruppen auch den hiesigen Drogenhandel, sind in kriminelle Machenschaften verwickelt, haben schon einige Menschenleben auf dem Gewissen und gelten als Hooligans die sogar Waffen verwenden.

Die Cravocia-"Soldaten" zielen in Kämpfen mit ihren Messern auf nicht lebensbedrohliche Regionen, die Wisla-Hools greifen ihre Gegner mit Baseballschlägern an, wie Vice Sports berichtet.

Im Vergleich zu vielen anderen Aufeinandertreffen verlief das Spiel am Wochenende daher fast schon geruhsam.

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