Kinder (5) wollen ihre Eltern überraschen, dann verschwindet eins, dem anderen fehlt ein Finger

Jakutsk - Die Sehnsucht nach ihren Eltern muss unendlich groß gewesen sein! In Namtsy, einem Dorf in der russischen Teilrepublik Jakutien, unweit der Hauptstadt Jakutsk, haben zwei Mädchen (beide 5) bei minus 45 Grad alleine den Kindergarten verlassen, um ihre Eltern zu überraschen. Doch das Vorhaben endete in einem Familiendrama.

Die Überwachungskamera zeichnete auf, wie die beiden Mädchen den Kindergarten verlassen.
Die Überwachungskamera zeichnete auf, wie die beiden Mädchen den Kindergarten verlassen.  © Screenshot Youtube/Anna Liesowska

Jakutsk hat ein ähnliches Klima wie das knapp 700 Kilometer entfernte Oimjakon. Dort sind sogar Temperaturen bis fast minus 70 Grad möglich (TAG24 berichtete). In Jakutsk fällt das Quecksilber beim Thermometer derzeit auch schon mal auf minus 50 Grad.

Bei dieser bitteren Kälte verließen die Kinder eigenmächtig, und ohne dass jemand Wind davon bekam, den Kindergarten. Denn eigentlich wollten sie ihren Eltern eine Freude machen. Also zogen sie ihre warmen Jacken an und machten sich auf den Weg, berichtet das polnische Nachrichtenportal "Polsat News".

Die einzige, die "zuschaute", war die Überwachungskamera des Kindergartens. Eine Aufnahme, wie die Kinder losmarschieren, gelangte ins Netz und ist zum Beispiel bei Youtube zu sehen.

Sie zeigt auch, dass eines der Mädchen seine Handschuhe vergisst. Stattdessen umklammern seine kleinen Hände liebevoll einen Teddybären.

Was genau in den nächsten Minuten passierte, ist nicht bekannt. Die Polizei ermittelt noch dazu. Fest steht nur, dass sich beide verirrten und zuerst nur ein Mädchen wieder aufgetaucht ist. Das andere ging verloren und galt stundenlang als vermisst.

Besonders schlimm: Im Kindergarten fiel niemanden auf, dass die Mädchen fehlen. Das passierte erst, als ihre Mutter sie abholen wollte. Die Polizei untersucht deshalb auch, warum die Erzieher das Verschwinden nicht bemerkten.

Bei der Suche nach den Mädchen half auch ihr Großvater. Er sagte später, dass nur eine von ihnen wieder nach Hause kam und bitterlich weinte. Es wurde unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. Ihre Finger waren erfroren, einer sei amputiert worden. Über ihren aktuellen Zustand ist sonst nichts bekannt.

Nach ihrer Schwester wird noch immer gesucht.

Update 26. Januar:

Auch das zweite Mädchen ist inzwischen wieder zu Hause! Es hatte noch vor Einbruch der Dunkelheit an der Tür eines Hauses geklopft. Der Bewohner brachte sie schließlich zum Haus ihrer Eltern, damit sie dort sicher ankommt. Auch sie wurde unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht, das sie aber inzwischen schon wieder verlassen konnte.

Titelfoto: Screenshot Youtube/Anna Liesowska

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